
Gaspreis steigt noch mal um 35 % - Danke rot-grün-gelbe Ampel Chaoten
Versorgungsengpässe befürchtet: Gaspreise in Europa steigen um 35 Prozent

Bei Handelseröffnung am Montag ist der Preis für April-Futures am TTF-Hub in den Niederlanden sprunghaft auf 1.454 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter gewachsen, wie Daten der Londoner Börse ICE zeigen. Somit verzeichnete der Börsenpreis für den blauen Brennstoff einen Anstieg von insgesamt 35 Prozent.

Der Preisanstieg erfolgt vor dem Hintergrund umfassender Sanktionen, die die USA, die EU, Großbritannien und eine Reihe anderer Staaten vergangene Woche gegen Moskau verhängt hatten.
Damit reagierten sie auf die von Präsident Wladimir Putin eingeleitete militärische Sonderoperation in der Ukraine, die der Westen als einen Akt der Aggression gegen das ukrainische Volk ansieht. Dabei beläuft sich der Anteil des russischen Gases an den gesamten Brennstofflieferungen an Europa auf rund 40 Prozent.
Auch Niederlande wird die Gaslieferungen an Deutschland wohl bald ganz einstellen . Dann fehlen weitere 12 % der Gaslieferungen an Deutschland und das erhöht den russischen Anteil weit über 50 %.
Zuvor hatte das britische Energieunternehmen BP ebenfalls aus Protest gegen den russischen Militäreinsatz in der Ukraine bekannt gegeben, sich von seinen Anteilen am russischen Staatskonzern Rosneft zu trennen. Branchenanalysten befürchten, dass die aktuelle Entwicklung zu einer Unterbrechung der russischen Gasversorgung auf dem Weltmarkt führen könnte.
Unterdessen erklärte Russlands größter Gasexporteur Gazprom am Montag, er setze seine regulären Gaslieferungen für den Transit nach Europa über die Jamal-Europa-Pipeline, die zum Teil durch ukrainisches Gebiet verläuft, fort.
Mehr zum Thema - Medienberichte: Neue deutsche Gasverträge mit Russland "unvorstellbar"
Auch der Weizenpreis steigt alleine heute um 10 %, weil der EU die Kornkammer Ukraine verloren gehen könnte.
Russland profitiert vom Kursverfall der Staatsanleihen
Und Erwerber russischer Staatsanleihen können mit 17 bis 20 % Rendite rechnen
Experte: Russland profitiert vom Kursverfall der Anleihen
Deutlich weniger dramatisch sieht Anleihenexperte Arthur Brunner von der ICF Bank die Lage.
Die verhängten Sanktionen seien ein "stumpfes Schwert", sagt er gegenüber tagesschau.de. Russland würde sich ins Fäustchen lachen, denn der Kursverfall der Anleihen sei für das Land optimal. Der Staat könne so die Anleihen billiger zurückkaufen. Seiner Meinung nach werde es deshalb auch zu keinem Zahlungsausfall Russlands kommen. Die Sanktionen seien nur dann ein Problem, wenn Russland neues Kapital aufnehmen wolle. Momentan brauche das Moskau aber nicht.
Brunner zieht Parallelen zur Russland-Krise 1998. Damals hatte das Land einen Großteil seiner eigenen Staatsanleihen bei Kursen um etwa 30 Prozent des Nominalbetrags selbst zurückgekauft und sich somit elegant entschuldet.
Die eigentlichen Verlierer seien die vor allem institutionellen Anleger, die nun aus regulatorischen Gründen weit unter dem Nennwert ihre russischen Staatsanleihen verkaufen müssten. Betroffen sind offenbar vor allem europäische Banken wie Société Générale und die Raiffeisen Bank International, in geringem Maße auch deutsche Geldinstitute und Fondsgesellschaften sowie Pensionsfonds.
Wer jetzt russische Staatsanleihen kauft erhält eine satte Rendite von 17 bis 20 %.
Währenddessen steigt heute am Rohstoff-Markt der Getreidepreis um 10 %. Die Getreidekammer Ukraine geht dem Westen verloren. Es könnte zu drastischen Steigerungen der Brotpreise kommen.
Rußland schafft Fluchtroute für Kiewer Zivilbevölkerung
Russische Regierung will Kiewer Bürger vor Militäroperation in Sicherheit bringen
Die russische Regierung fordert die Einwohner Kiews auf, die ukrainische Hauptstadt dringend zu verlassen.
Das russische Militär hat eine Passage für die Evakuierung der Zivilisten geschaffen. Die Autobahn in Richtung der Stadt Wassilkow soll demzufolge sicher sein.

Das russische Verteidigungsministerium ruft zivile Einwohner Kiews dazu auf, die Hauptstadt der Ukraine dringend zu verlassen. Nach diesen Angaben könne das über die Autobahn in Richtung der etwa 30 km südwestlich von Kiew entfernten Stadt Wassilkow geschehen. "Diese Richtung ist offen und sicher", heißt es in der Meldung.
Der Aufruf kommt am Montagmorgen, kurz bevor offizielle Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Seite auf weißrussischem Territorium beginnen sollen. In einer Botschaft hatte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij erklärt, er habe wenig Vertrauen in diese Verhandlungen, man müsse aber jede Chance nutzen.
Am Sonntag hatte Kiews Bürgermeister Witali Klitschko gegenüber AP gesagt, die Stadt sei von russischen Truppen eingekesselt. Später dementierte er aber diese Darstellung.
Nach verschiedenen Angaben hatten die Behörden in Kiew Schusswaffen an Bürger verteilt und ihnen empfohlen, selbst Bomben für den Kampf gegen russische Truppen herzustellen.
Unterdessen befürchtet die russische Regierung, dass das Selenski Regime die Bürger per Zwang in Geiselhaft nehmen können und Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde gegen russische Truppen missbrauche.
Überraschte der "böse" Putin ? NEIN! Leider war das konsequent und schon seit 1997 mit dem Beginn der militanten Osterweiterung der Nato in 5 Wellen absehbar, dass dieses STOP Schild Russlands irgendwann - spätestens in ehemals sowjetischen Hoheitsgebieten - kommen würde ! Nur Blinde und transatlantische NATO Dogmatiker haben das nicht gesehen.
Die Mehrheit der Ukrainer will keine Entfremdung zu Russland. Das will nur die USA hörige Nazi Regierung Selenski.
Die transatlantischen Nato Kriegstreiber werden immer einen Grund für die TOTALE Aufrüstung gegen Russland finden Das ist seit 1945 in Deutschland so und das war auch schon unter "Kanzler" Hitler so. Der militärisch-industrielle Komplex der deutschen Oligarchie wird sich freuen.
Hintergrund IZ History
Ampel-Regierung treibt Deutschland in einen neuen Krieg gegen Russland
Die weitgehend gleichgeschaltete politische Klasse der BRD propagiert heute in einer Bundestagsdebatte einen neuen Kalten Krieg gegen Russland, der sich leicht zu einem heissen Krieg in Europa entwickeln könnte und der die Spaltung Europas im USA Interesse vertiefen könnte.
Es wird nach dem Vernichtungskrieg Hitlerdeutschlands gegen die Sowjetunion mit 27 Millionen Opfern und nach dem Kalten Krieg der CDU seit 1945, die viele Altnazis reaktiviert hatte, jetzt erneut eine Politik der totalen Konfrontation gegen Russland eingeleitet.
Die totale Hochrüstung Deutschlands und die Isolation Russlands ist das Ziel. Da fehlt dann nur noch die Mauer an der ukrainisch-polnischen Grenze wenn Russland die Sonder-Militäraktion erfolgreich beenden sollte.
Zwei seit 2014 unabhängige und durch Volksabstimmungen entstandene Volksrepubliken in Donezk und Lugansk hatten Russland um Militärhilfe gebeten. Die russische Regierung sieht aber die wahren Aggressoren in der Putsch-Regierung in Kiew, die als Bande von Drogenabhängigen und Neonazis betrachtet wird, die das ukrainische Volk in Geiselhaft genommen habe und als menschliche Schutzschilde in Kiew missbrauche.
Einseitig wird von einer "Aggression von Putin " gesprochen. Doch wie war die Entwicklung seit dem Untergang der Sowjetunion, die auch eine Teilung Russlands implizierte aber wirklich?
Seit 25 Jahren dehnt sich die USA dominierte Nato in 5 Wellen in Richtung Russland aus und die politische Klasse hat geschwiegen.
Die Ukraine wurde zum Flugzeugträger der USA und so massiv mit Nato-Waffen gegen Russland aufgerüstet, dass die inzwischen zehnt stärkste Armee der Welt in der Ukraine eine echte vitale Bedrohung für Russland darstellt. So gesehen war das Stopp-Schild von Putin überfällig.
Selbst ein Phönix-Bericht über die Ukraine vom 27.02. 2022 im Rahmen einer Ukraine-Rundreise als Dokumentation gedreht macht deutlich, dass die einfache Bevölkerung in der Ukraine Russland weder als Bedrohung noch als Aggressor betrachtet. Das sei vielmehr ein Krieg der USA gegen Russland, der leider in der Ukraine stattfinde.
Der mit Abstand größte Waffenlieferant für die Ukraine sind die USA und GB. Solange Barack Obama Präsident war, galt noch die Einschränkung, dass nur sogenannte nicht-letale Waffen geliefert wurden - Waffen, die Personen kampfunfähig machen, jedoch nicht direkt töten sollen. Zuletzt gab es im Tagestakt horrend riesige Waffenlieferungen mit modernsten Nato Waffen wie der Jawlin Rakete an die Ukraine, wie der ukrainische Kriegsminister auf Twitter immer wieder berichtete.
Die gleiche politische Klasse aus Groko- und Ampelparteien, die sich über Putin aufregt, hat beim Putsch mit Neonazis auf dem Maidan 2014 geschwiegen oder sich auf die Seite der Putschisten gestellt, die später Swoboda Faschisten zu Ministern machte und die sich auf die SS Tradition Hitlerdeutschlands berufenden Nazi-Asow-Milizen zum offiziellen Bestandteil der ukrainischen Armee machte, deren Oberbefehlshaber der Neonazi Kumpane Selenski ist.
Baerbock lügt also , wenn sie behauptet, dass es in der Ukraine um Rechtsstaatlichkeit und Demokratie gehe.
Die Regierenden hatten nach 2014 sogar eine Neonazi zum Generalstaatanwalt der Ukraine ernannt. Aber Bildung ist wohl nicht so die Sache von Annalena Baerbock, die sich deutsche Außenministerin schimpft.
Wie aber sieht die geschichtliche Entwicklung aus der Sicht Russlands aus, die zum heutigen Militäreinsatz der russischen Regierung führte.
Die Wiege Russlands liegt schon seit dem Mittelalter im sogenannten Kiewer Rus, dass als Geburtsstätte gleich dreier Nationen betrachtet wird - nämlich als Gründungsstätte von Russland, Weissrussland und der Ukraine. Kiew war so gesehen immer Bestandteil der russischen Geschichte.
Mit der Leninschen Oktoberrevoluition von 1917 wurde dann nach dem Sturz des Zarismus in den 20 er Jahren der Vielvölkerstaat Sowjetunion mit den drei Kern-Sowjet-Republiken Russland, Weißrussland und Ukraine gegründet.
Dieser Vielvölkerstaat existierte 70 Jahre lang und wurde von der Völkergemeinschaft als Völkerrechtssubjekt auch anerkannt.
Mit dem Zerfall der Sowjetunion nach 1990 zerfiel nicht nur Russland sondern das ganze sowjetische Staatgebilde, dass auch außerhalb der Russischen Sowjetrepublik aus Gebiete in der Ukraine und anderswo bestanden hat, die fortan nicht mehr Bestandteil Russlands waren.
Deshalb strebte Russland wie Deutschland mit der DDR eine Wiedervereinigung des russischen Volkes an.
Statt eine Wiedervereinigung mit den nach Volksentscheiden und Referenden 2014 entstandenen unabhängigen Staatsgebilden zuzulassen, haben USA, Nato und auch die EU die Ukraine mit modernsten Nato-Waffen vollgepumpt, die die Ukraine zur zehnt stärksten Armee der Welt machte und durch einen drohenden Nato-Beitritt zu einer existentiellen Gefahr für Russland wurde - zumal Selenski sogar den Bau der Atombombe anstrebte, wenn er nicht Nato Mitglied werden dürfe.
Der "böse" Putin hatte dann die beiden Donbass-Republiken anerkannt und Militärhilfe zugesichert. Der Antrag dazu kam übrigens nicht von der Putin-Partei sondern von der stärksten Oppositionspartei der DUMA der Kommunistischen Partei Russlands also der russischen Linkspartei. Die DUMA hatte diesem Antrag nur mehrheitlich zugestimmt.
Das Ziel der russischen Militäraktion ist übrigens nicht die Besatzung der Ukraine sondern ein Regime-Change in Kiew, der die Regierung Selenski entmachten soll, der aus der Sicht Russlands eine illegale Putsch-Regierung darstellt, die ihre Macht auch auf Neonazis, und Russenhasser stützt und die letztendlich eine Kolonie der USA in Europa darstelle.
USA ginge es mit der Osterweiterung der Nato bis in ehemaligen sowjetischen Gebiete hinein nur um die Spaltung Europas und um die Schaffung eines pro westlichen kolonialen Europas, dass sich in Blockkonfrontation mit Russland befindet - das zudem so in die Hände Chinas getrieben wird und die Entstehung eines ost-europäisch-asiatischen Blocks inklusive der Seidenstrasse beschleunigen wird.
Deutschland und der EU als USA Kolonie droht durch die Kamikaze Politik der Regierung Scholz/ Habeck hingegen die völlige Kappung der Energielieferungen aus Russland, die selbige auch nach China und Indien umleiten können, wo ca. 3 Milliarden Menschen versorgt werden wollen.
Zudem droht wegen der Waffenlieferungen ein direkter Krieg mit Russland, der zu einem Flächenbrand werden könnte.
Zudem droht trotz der angekündigten Mega-Hochrüstung Deutschlands eine weitere De-Industrialisierung Deutschlands ( bis auf die Kriegswirtschaft) und eine Verarmung des Volkes, dass horrende Energiepreise fürs Auto fahren und für das Heizen der Wohnungen bewirken wird.
Die Ampel-Bundesregierung wird so zum Totengräber des "Wohlstands"-Deutschlands, dass wir bisher kannten.
Vielleicht als Reaktion auf deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine versetzt Putin Russland seine Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft. Zudem haben Nato Mitglieder äußerst militante und feindliche Erklärungen abgegeben, so Putin.
Offensichtlich betrachtet Putin die Rede von Scholz als Kriegserklärung gegen Russland - ebenso wie vorherige Erklärungen von US Präsident Biden und vom Nato-Generalsekretär Stoltenberg.
Hintergrund IZ History
War das Vorgehen Russlands gegen die Ukraine ein Völkerrechtsbruch? Nicht unbedingt
Jahrelang haben westliche Politiker und Medien die russisch stämmigen ukrainischen Opfer in der Ostukraine ignoriert.
Dort herrschte seit acht Jahren Krieg, und für die ständigen Verletzungen des Minsker Abkommens wurden von Kiew die Separatisten in Donezk und Lugansk einseitig verantwortlich gemacht und der dortige Volkswille systematisch ignoriert.
Die Zivilbevölkerung erleidet seit 8 Jahren einen Dauerbeschuss durch ukrainische Militärs und Nazi Milizen, die der ukrainischen USA-Regierungsmarionette Selenski ebenfalls unterstehen. Es drohte ein faschistischer Genozid im Donbass - zumal die Hälfte des Donbass auch weiterhin durch Kiew militärisch kontrolliert worden war.
Der 8 jährige Dauerbeschuß der ukrainischen Armee und ihr unterstehenden russophoben Nazi Milizen des Asow und sogar Genozide an Russen wie in Odessa wurden ignoriert.
Deshalb spricht der "böse " Putin von der Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine, dessen russophobe Nazi-Kumpanen-Regierungen zudem durch einen aus der Sicht Moskaus illegitimen Nazi Putsch auf dem Maidan 2014 mit USA Hilfe an die Macht gebracht wurde und so ein Kernland und ein Brudervolk der ehemaligen Sowjetunion der russischen Regierung entfremdet hat.
Jetzt ist durch die Anerkennung der beiden Volksrepubliken durch Russland und den Einmarsch russischer Truppen in diese Gebiete alles in Aufruhr, sodass eine abschließende Stellungnahme dazu kaum möglich ist.
Jedenfalls sind die durch Volksreferenden des Volkes entstandenen unabhängigen Volksrepubliken durch demokratische Wahlen als Sezession entstanden. Diese Republiken hat Moskau jetzt anerkannt und die durch die Regierung geforderte Militärhilfe geleistet. Russland wurde gerufen .
Auf solche Forderungen der Regierungen regiert auch die Bundesregierung beispielsweise in Mail und sie legitimiert somit ein solches Vorhaben. So unterstütze die Merkel-Regierung sogar die mitregierende Hisbollah im Libanon. Wobei die Putschregierungen in Mali beispielsweise auch nicht " demokratischer" legitimiert sind als pro-russische Regierungen in Ost-Europa.
Abzuwarten bleibt, ob Russland wirklich die Kiewer Ukraine jenseits der Grenzen der anerkannten Republiken – also dieses nach dem Putsch völlig ruinierte Land – auf Dauer besetzen will. Das glaube ich aber nicht.
Ich denke eher, das es um eine Installierung einer pro-russischen Regierung und um den Sturz des Selenski-Regimes geht, dass Putin als Hort einer Nazi-Regierung und gelenkt durch Drogenabhängige betrachtet.
Den Verlautbarungen der ukrainischen Regierung und auch der westlichen Regierungen und Medien vermag ich nicht zu trauen.
Soweit ich informiert bin, wurden bisher Objekte der Militärinfrastruktur in der Ukraine ausgeschaltet und als weitere Absicht wurde genannt, die Marionettenregierung in Kiew zu entmachten. Es wurde klargestellt, dass sich der Angriff nicht gegen die Zivilbevölkerung richtet, die die USA Marionettenregierung Selenski als menschliche Schutzschilde in Geiselhaft nehme und männliche Flüchtlinge von 18 bis 60 zwecks Zwangsrekrutierungen in Zügen ihren Familien entreißt.
Wenn man die Situation heute beurteilen will, darf man die Vorgeschichte nicht unterdrücken.
2014 fand in Kiew ein blutiger Staatsstreich statt, der von den USA jahrelang subversiv vorbereitet worden ist.
Dafür gibt es klare Belege. Nach diesem Regime Change spaltete sich die mehrheitlich russisch stämmig besiedelte Krim nach einem Volksreferendum von der Kiewer Ukraine ab und die Bezirke Donezk und Lugansk forderten mehr Selbstständigkeit innerhalb der Ukraine und schliesslich die Unabhängigkeit.
Daraufhin schickte der neue Machthaber Petro Poroschenko, ein Günstling der USA, Panzer in die Ostukraine, und zwar mit den USA im Rücken, die das Land sozusagen auf kaltem Wege übernommen hatten.
Was folgte, war der Bürgerkrieg, der seither etwa 14.000 Todesopfer, unzählige Verletzte und zerstörte Städte und Dörfer gefordert hat. Gegen Russland wurde tagtäglich gehetzt, das Land wurde völkerrechtswidrig mit Sanktionen belegt, Wladimir Putin zur Unperson erklärt und Russland zum "Reich des Bösen". Lange hat Putin stillgehalten und die Abweisungen und Demütigungen hingenommen. Seit Ende 2021 ist das vorbei.
Vorher hatte er seit 1997 25 Jahre lang die Osterweiterung der Nato in Richtung Ostfront in Kauf genommen.
Die USA haben mit der verdeckten Übernahme der Ukraine und dem Bürgerkrieg im Donbass vor der Tür Russlands einen Brandherd gelegt, der ständig aufs Neue angefacht wurde. Dem hat Putin jetzt Einhalt geboten.
Das Minsker Abkommen wurde von vornherein von Kiew nicht umgesetzt. An der Frontlinie in der Ostukraine kämpfen nicht nur Truppen der regulären ukrainischen Armee, die vom Westen aufgerüstet wurden und von US-Militärs unterstützt werden, sondern auch Nazi-Freiwilligenbataillone und amerikanische Söldner, die dort in der entmilitarisierten Zone gar nicht hätten sein dürfen . Doch selbst Baerbock verletzte das Minsker Abkommen mit dem Besuch der ukrainischen Militärs an dieser illegalen Frontlinie.
Die Lage spitzte sich seit Anfang Februar 2022 dermaßen zu, dass ein Genozid drohte.
Im diesem Moment war eine rote Linie überschritten und Russland hat darauf reagiert.
Wladimir Putin hat selbstverständlich recht, wenn er in seiner bemerkenswerten Rede vom 21. Februar 2022, deren Kenntnisnahme den westlichen Politikern und Journalisten dringend zu empfehlen ist, die Ukraine in ihrer heutigen Form als eine Kolonie der USA mit einer kriegslüsternen Marionettenregierung bezeichnet.
Die Vorgeschichte, die zur Eskalation geführt hat, wird jetzt von den westlichen Politikern und Medien einfach verschwiegen. Aber es ist offensichtlich, dass in letzter Minute die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 noch verhindert werden sollte. Doch letztlich geht es darum, Russland auf jede erdenkliche Weise den westlichen Kapitalinteressen zu öffnen und dem monopolaren Anspruch der USA zu unterwerfen.
Das hat US-Präsident Joe Biden, den ich für den gefährlichsten Politiker der Gegenwart halte, schon 2014 in einer Rede erklärt, und er hatte angekündigt, man wolle Russland, wenn es nicht nachgebe, ruinieren. Dafür finden sich beflissene Helfer wie Annalena Baerbock, Robert Habeck, Norbert Röttgen und andere Atlantiker, inzwischen auch Mitläufer bei SPD und LINKEN. Die Welt befand sich schon vor der russischen Offensive in einem Ausnahmezustand, und es ist zu hoffen, dass es keinen Krieg der westlichen Allianz mit Russland geben wird. Denn das wäre tödlich.
Zudem ist bezüglich der Völkerrechtsfrage zur Kenntnis zu nehmen, dass die 70 Jahre lang existierende Sowjetunion ein international anerkanntes Völkerrechtssubjekt war, dessen Völker sich analog der deutschen Wiedervereinigung der BRD mit der DDR auf Wiedervereinigung der Sowjetunion berufen könnten.
So ein Staatenbund als Vielvölkergebilde stellen übrigens auch die USA und in Ansätzen die EU dar.
Vor allem aber betrachtet Putin die drei ehemaligen Volksrepubliken bzw. Sowjetrepubliken Rußland, Weißrußland und Ukraine als historischen Kern der ehemaligen Sowjetunion sowie Russlands und als Brudervölker.
Zudem wird betont, dass die Westukraine um Lemberg durch Stalin von den Polen erobert wurde und Stalins Nationalitäten-Politik im Rahmen der durch Lenin 1924 gegründeten Sowjetunion wird ja nicht anerkannt. Die Ostgebiete erhielt die Ukraine durch die Gründung der Sowjetunion durch Lenin. Deshalb sind sie so stark russisch besiedelt. Und die russische Krim wurde erst in der Spätphase der Sowjetunion verwaltungstechnisch der Ukraine zugeordnet .
Mit dem Zerfall der Sowjetunion nach 1990 zerfiel aber die Geschäftsgrundlage für diese verwaltungstechnischen Aufteilungen .
Da aber diese Gebiete teilweise Drittstaaten zugeordnet wurden, war Russland und die mehrheitlich russisch stämmige Bevölkerung in diesen Regionen bemüht eine Wiedervereinigung Russlands zu verwirklichen - sowie es die Westdeutschen sogar ohne Volksbefragung mit der DDR nach 1990 auch gemacht haben.
Wenn aber eine deutsche Wiedervereinigung und übrigens auch eine deutsche Sezession legitim ist ( da könnte man das Beispiel Österreich anführen) ist demnach auch eine russische Wiedervereinigung durchaus legitim und nicht völkerrechtswidrig.
Das russische Verhalten ist also nicht unbedingt völkerrechtswidrig .
Oder dürfen sich nur " deutsche Herrenmenschen" wieder vereinigen und gemäss der Nazi Logik " russisch- bolschewistische Untermenschen " nicht? Seltsames Weltbild von Scholz und Baerbock!
Aber selbst wenn es so wäre ( dass es völkerrechtswidrig war ), hätte die USA, die EU und die Nato mit diesem Völkerrechtsbruch gegen Serbien mit dem Kosovokrieg 1998 begonnen, so dass es für CDU, SPD, Grüne, ARD, ZDF, RTL und anderen Medien keinerlei Legitimation gibt, sich über Völkerrechtsbrüche zu beklagen, die sie selber beklatscht und aber jedenfalls nicht scharf verurteilt haben.
Durch den Kosovokrieg des Westens wurde quasi ein neues Völkerrecht faktisch geschaffen, dass Interventionen nicht mehr grundsätzlich verboten hat - so wenn z B ein Genozid an der russischen Minderheit droht.
Auch der UN Sicherheitsrat hat die einseitige klare völkerrechtliche Verurteilung Russlands wegen des Ukrainekrieges gerade abgelehnt - wobei selbst China und Indien der Resolution nicht zustimmten - die immerhin bald 3 Milliarden Menschen repräsentieren.
Also so eindeutig ist die Sichtweise der Welt darauf nicht - auch wenn das deutsche Staatsfernsehen ZDF und ARD diesen falschen Eindruck mit ihrer einseitigen russophoben Kriegsberichterstattung gerne erzeugen möchten.
Besonders stümperhaft wirkt deshalb das Verhalten von Olaf Scholz SPD und Annalena Baerbock ( Grüne), die Deutschland isolationistisch zu einer Lachnummer machen. Der transatlantische CDU Chef Merz reiht sich als Fan dieser naiven russophoben und Europa spaltenden Gedankenwelt dieser Amateure mit ein - zumal die EU in der Ukraine nichts zu melden hat und alles die Kolonialmacht USA bestimmt.
Hintergrund IZ History
Die Kriegshetzer gegen Rußland fahren Propaganda wie in Sowjetzeiten wieder hoch
Im Westen nichts Neues
Wie in den Zeiten des Kalten Krieges hetzen politische Klasse und weitgehend gleichgeschaltete deutsche Staats- und Konzernmedien gegen die russische Regierung und sie kaschieren damit die Hetze gegen das russische Volk.
Anders als zu Sowjetzeiten bis 1990 richtet sich die Hetze und Hass-Propaganda aber nicht gegen eine kommunistische Regierung sondern gegen eine kapitalistische Regierung - also im Prinzip gegen sich selbst und die eigene Weltordnung.
Dabei geht es der deutschen Regierung nur um das Vasallentum gegenüber der US Regierung Biden und um die Unterstützung der unipolaren USA geführten Weltordnung, die Länder wie Russland und China mit dem Entwurf einer multipolaren Weltordnung in Frage stellen und damit auf der falschen Seite der Gegenwart und Geschichte der Völker stehen.
ARD/ZDF Moderatoren wie Maischberger, Illner, Lanz oder Hayali lassen sich einseitig in diese Kriegspropaganda gegen Rußland willenlos einspannen.
Dabei tun die Ignoranten so, dass die regierenden Eliten in den USA und in der EU eine angeblich einhellige Weltmeinung zu diesem Krieg repräsentieren würden. Allein das ist schon gelogen.
In Wahrheit repräsentieren die Oligarchien in USA und EU, die sich gerne als freiheitliche Demokratien ausgeben, 300 Mio. US Bürger und 500 Mio EU Bürger und somit gerade mal etwa mehr als 10 % der Weltbevölkerung.
China stellt sich in der Ukraine-Frage eher auf die Seite Russlands und verweist auf die Expansion der Nato seit 1997, die Russland zurecht als systematische und fortlaufende Bedrohung ansieht.
Von einer vorgegaukelten einheitlichen Weltmeinung kann also gar keine Rede sein.
Auch der SPD Politiker Dohnany verweist auf diesen Umstand der aggressiven Ostexpansion der Nato, die Russland jetzt endlich zum Setzen eines STOP Schildes zwang. Seit 2014 tobt dieser Krieg in dem Osten der Ukraine. Die Zivilbevölkerung im Donbass lebt seitdem mehr oder weniger unter Dauerbeschuß durch die ukrainische Militärs, die sich mit den faschistischen ASOW Milizen verbündet haben und eine gemeinsamen Pakt im Stile der Hitlerfaschisten von 1941 gegen den angeblich bolschewistisch-jüdischen russischen Untermenschen bilden.
Dohnany erklärte bei "Maischberger", dass er selber solche Nato Operationen in Europa politisch leitete und diese ohne Information der Bevölkerung den Abwurf von US Atombomben als Übung auf Deutschland als Bombenteppich implizierten! Maischberger versuchte deshalb dem zugeschalteten 94 Jährigen SPD Veteranen das Wort abzudrehen.
Obwohl die gleichen Hetzer wie Scholz, Baerbock oder Lindner die deutsche Wiedervereinigung mit der DDR ohne Volksreferendum abfeiern, verweigern sie als " Herrenmenschenideologen " im Stile der Nazis den Russen eben jene Wiedervereinigung Russlands mit der Krim und dem Donbass.
Das macht sie zu Menschen mit einer pro rassistischen Grundhaltung, zumal sie sich einseitig auf die Seite der ukrainischen Putsch-Regierung stellen, die Nazis zu Ministern ernannten und die faschistischen Milizen in die ukrainische Armee integrierten.
Es wird die Gründung der basisdemokratisch strukturierten Volksrepubliken in Donezk und Lugansk nach einem Volksreferendum genauso ignoriert wie deren Hilferuf nach 8 Jahren Krieg und Angst der russisch stämmigen Bevölkerung vor einem Genozid durch rechtsradikal-militante Ukrainer.
Dabei beruft sich Russland nicht mal auf eine vollständige Wiedervereinigung der Sowjetunion, die immerhin 70 Jahre lang bis 1990 als von der Weltgemeinschaft anerkanntes Staatsgebilde und Völkerrechtssubjekt existiert hatte - zumal es sich historisch bei Russland, Weißrußland und der Ukraine um Kerngebiete des historischen Russland handelte.
Es ist also mit dem Völkerrechtsbruch der USA, der Bundesregierung und der Nato 1998 gegen Serbien nicht vergleichbar.
Zudem erklärte die russische Regierung, dass kein Zivilist und keine Wohngebiete angegriffen werden - nur militärische Infrastruktur. Zudem gehe es um die Demilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine.
Die Ost-Expansion der Nato seit 1997 stellt zudem eine seit 25 Jahren anhaltende global-strategische Bedrohung Russlands dar.
Besonders verlogen wird diese Kriegspropaganda der Ampel Regierung als Bückling des US Imperialismus also durch die Tatsache, dass man selber das Völkerrecht in Europa gebrochen hatte und 1998 mit dem Kosovokrieg eine quasi neue Weltordnung bzw. ein neues Völkerrecht geschaffen hatte, dass die Souveränität der Staaten und die Unverletzlichkeit seiner Grenzen eben nicht mehr grundsätzlich vorsieht.
Hier war es in der Ost-Ukraine sogar so, dass vorher per Volksreferenden unabhängige Volksrepubliken geschaffen wurden, deren russisch stämmige ukrainische Bevölkerung millionenfach einen russischen Pass besitzt und die sich als Teil des russischen Volkes betrachtet, dass die Wiedervereinigung mit Rußland analog der Wiedervereinigung der BRD mit der DDR anstrebt.
Zudem beruft sich Rußland darauf, die heutige Ukraine im Rahmen der Sowjetunion als Unionsgebilde verwaltungstechnisch erst geschaffen zu haben. Die Westukraine wurde durch Stalin erobert, der ja nicht als legitim betrachtet wird. Die Ostgebiete kamen durch Lenin hinzu und die Krim wurde in der Spätphase der Sowjetunion verwaltungstechnisch der Ukraine zugeordnet,
Mit dem Zerfall der Sowjetunion 1990 zerfiel die Geschäftsgrundlage dieser Vereinbarungen und seitdem streben die Menschen besonders in den mehrheitlich russisch stämmig bewohnten Gebieten ausserhalb Russlands die Wiedervereinigung mit Rußland an.
Die Situation ist vielleicht mit Österreich vergleichbar, dass unter Hitler Teil des deutschen Volkes war und nach dem Ende des Faschismus selbständige und unabhängige Republik wurde.
Würde es aber in Österreich ein Volksreferendum mit einer klaren Mehrheit für den Anschluss an Deutschland geben, wäre eine Wiedervereinigung mit Deutschland völkerrechtlich auch legitim . Nur gibt es diese Mehrheit in Österreich dafür nicht und das ist der Unterschied zu dem Donbass.
Dann war schon eher der Anschluß der DDR an die BRD ein klarer Völkerrechtsbruch - zumal das Volk nicht per Volksreferendum gefragt wurde - anders als die Menschen in Donezk und Lugansk.
Hintergrund Genozid im Osten der Ukraine
Leugnete Kanzler Scholz den Völkermord in der Ukraine zurecht grinsend ?
Oder ist das als Moralapostel gegen Russland agierend moralisch zutiefst verwerflich?
Donbass – Das war auch nach deutschem Recht ein Genozid

Bundeskanzler Olaf Scholz ist derart überzeugt davon, der Krieg im Donbass habe nichts mit einem Genozid zu tun, dass er vor den Fernsehkameras darüber lacht. Aber er hat Unrecht; er hätte vor seiner letzten Reise nach Moskau etwas gründlicher die Akten studieren sollen. Denn seine völlige Missachtung dieser Frage könnte dazu beigetragen haben, dass die Russische Föderation einen ökonomischen Suizid Deutschlands geschehen lässt.
Das deutsche Recht definiert den Genozid in §6 des Völkerstrafgesetzbuches. Dort steht:
(1) Wer in der Absicht, eine nationale, rassische, religiöse oder ethnische Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören,
- ein Mitglied der Gruppe tötet,
- einem Mitglied der Gruppe schwere körperliche oder seelische Schäden, insbesondere der in § 226 des Strafgesetzbuches bezeichneten Art, zufügt,
- die Gruppe unter Lebensbedingungen stellt, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen,
- Maßregeln verhängt, die Geburten innerhalb der Gruppe verhindern sollen,
- ein Kind der Gruppe gewaltsam in eine andere Gruppe überführt,
wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
Also betrachten wir einmal die Entwicklung zum und im Bürgerkrieg in der Ukraine, ob sich darin Vorfälle finden, die der Definition eines Genozids nach dem deutschen Recht entsprechen.
Wie ist es beispielsweise mit dem Aufruf Kolomoiskijs von Mitte April 2014, als der damalige Gouverneur von Dnjepropetrowsk ein Kopfgeld auf "Separatisten" aussetzte? Hat das womöglich zu den Ereignissen in Odessa beigetragen? War das nicht bereits ein Aufruf zum Völkermord, da jeder, der sich für eine Bewahrung russischer Kultur und Sprache in der Ukraine einsetzte, schon damals als "Separatist" gezählt wurde?
Ebenfalls im April kam bereits die Meldung, das Gesundheitsministerium der Ukraine habe den einzigen ukrainischen Produzenten von Insulin angewiesen, die Lieferungen in den Südosten um 65 Prozent zu reduzieren. Tatsächlich war damals im Südosten kein Insulin mehr zu bekommen. Das wäre dann Absatz 1.3.
Ende April 2014 wurde durch Kiew der Nord-Krim-Kanal blockiert, um die Krim von der Wasserversorgung abzuschneiden. Der einzige offene kriegerische Akt, den die Ukraine gegen die Krim gewagt hat; aber auch hier – kein Fall von 1.3?
Das Massaker von Odessa muss man dabei nicht ausführlicher betrachten; das fällt zweifelsfrei unter Absatz 1.1. Aber rundherum und danach findet sich noch wesentlich mehr.
Am 2. Mai 2014 gab es die ganz große Ausnahme, einen Artikel über Slawjansk in der Zeit, der tatsächlich einmal die Wahrheit abbildete: "Hier am Rande von Slowjansk läuft ein militärischer Einsatz, der der Kiewer Regierung die Macht in der Ostukraine zurückbringen soll. Die Armee hat die Stadt von allen Seiten eingekesselt. Sie ist gekommen, die Stadt zu befreien. Doch die Befreier sind hier nicht willkommen."
Mariupol, am 09.05. 2014, als die Nationalgarde in die Stadt stürmte und wahllos in die Menge schoss. Ein Ereignis, das damals zumindest der britische Fernsehkanal itv so kommentierte: "Das ist ein eigenartiger Weg, einfache Leute davon zu überzeugen, dass sie eine Zukunft in einer einigen Ukraine haben."
Das, was in Mariupol geschah, löste übrigens in der britischen Presse ein letztes Aufmucken aus. Selbst der Guardian hat damals berichtet, was wirklich geschah.
"In Mariupol herrschte eine Atmosphäre der Wut, nachdem die ukrainische Armee abzog, verstärkt durch die Tatsache, dass viele Menschen von den vorhergehenden Feiern zum Tag des Sieges berauscht waren. In der Menge brachen einige Kämpfe aus, aber der meiste Ärger richtete sich gegen Kiew.
"Wir werden nie wieder mit diesen dreckigen Faschisten leben.. die Ukraine ist vorbei", sagte Wladimir, 27. "Man stelle sich vor, am Tag des Sieges hierherkommen und sowas anrichten."
Im Café Arbat, vor dem am Boden noch Blutlachen sichtbar sind, sagte eine der Kellnerinnen Lena, dass drei unbewaffnete Männer von ukrainischen Soldaten erschossen wurden.
"Bis heute war ich nicht für die eine oder andere Seite, aber nachdem ich das gesehen habe, fühle ich mich so, dass ich selbst eine Waffe in die Hand nehmen und diese Leute töten möchte," sagte sie."
In Odessa konnte zumindest noch behauptet werden, es handle sich um politische Gegner. In Mariupol wurde einfach auf Menschen gefeuert, die den Tag des Sieges feierten, was auch in der Ukraine bis zum Putsch üblich gewesen war. Aber wie die Ereignisse von Odessa wurden die von Mariupol in der deutschen Presse nicht berichtet. In Russland allerdings schon; an jenem Tag wurde ein Reporter von RT in Mariupol angeschossen.
Zwei Tage danach fand im Donbass das Referendum über die Unabhängigkeit statt. Auch da kam es zu einem Überfall, auf ein Wahllokal, in Krasnoarmensk. Die Aufnahmen davon sollte das ZDF später als "separatistischen Terror" verkaufen.
Mitte Mai ist Slawjansk bereits eingeschlossen und wird mit schwerem Geschütz beschossen. Eingeschlossen bedeutet, die Zugänge zur Stadt werden von der ukrainischen Armee blockiert; die Wasserversorgung wurde unterbrochen; humanitäre Transporte, wie Lebensmittel, werden behindert.
Ein Blick ins Kriegsrecht besagt, dass eine Zerstörung der lebenswichtigen zivilen Infrastruktur ebenso ein Kriegsverbrechen ist, wie das Behindern humanitärer Versorgung. Eigentlich müsste auch ein Fluchtkorridor für die Zivilbevölkerung gewährleistet werden. Stattdessen wurde die Stadt aus Panzern und mit Artillerie beschossen und abgeriegelt. Und noch einmal – die Menschen im Donbass wie auch in Russland konnten diese Entwicklung sehr genau verfolgen, während sie in hiesigen Medien nicht stattfand.
Nach den Ereignissen in Odessa und Mariupol, wie wirkt dann die Kriegsführung der ukrainischen Armee in Slawjansk? Wäre das Ziel "nur" eine Vertreibung, die Fluchtkorridore wären weit geöffnet. Wäre das Ziel eine echte Wiedereingliederung in die Ukraine, man hätte peinlich genau darauf geachtet, die zivile Infrastruktur nicht zu beschädigen. Eine Belagerung, die darauf abzielt, die Bevölkerung auszuhungern, weckt aber im kollektiven Gedächtnis Russlands eine ganz andere Erinnerung. Die an Leningrad. Und das Ziel der Nazis bei der Belagerung von Leningrad war die Auslöschung der Bevölkerung, der Genozid.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt konnte man sagen, dass, sollte im Donbass kein Völkermord beabsichtigt sein, zumindest eine ziemlich überzeugende Imitation geliefert wurde.
Am 30. Mai 2014 gab es einen Versuch, hundert Kinder aus Slawjansk auf die Krim zu evakuieren. Der Bus durfte die Stadt nicht verlassen, die unter ständigem Beschuss lag.
Am 06.06. lautete die Botschaft der G7 an Kiew: "Wir ermutigen die ukrainischen Behörden, ein gemäßigtes Herangehen bei der Fortsetzung der Operationen zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung beizubehalten." An diesem Datum lag Slawjansk bereits mehrere Tage unter Dauerfeuer. Am 08.06. erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier: "Das Ergebnis militärischer Operationen in der Ost-Ukraine darf nicht sein, dass die Separatisten noch mehr Zulauf bekommen."
Die Wiedergabe der Kriegshandlungen in der westlichen Presse? "In der von prorussischen Separatisten gehaltenen Stadt Slawjansk im Osten der Ukraine hat es neue Kämpfe gegeben. Fünf Gebäude seien dabei stark beschädigt worden, berichtet ein AP-Reporter." Die einzigen fünf Gebäude, deren Zerstörung während der gesamten Belagerung von Slawjansk erwähnt wurde.
Am 11.06. tauchen Belege über die Verwendung von Phosphorbomben auf. Es gibt auch Aufnahmen von Verwundeten mit entsprechenden Brandverletzungen. Die Phosphorbomben fallen in Wohngebieten. Phosphor brennt sich bei Berührung in die Haut, und der Dampf ist hochgiftig. Der Einsatz von Brandwaffen gegen Zivilpersonen oder dort, wo es zu "Kollateralschäden" kommen kann, ist nach den Zusatzprotokollen zum Genfer Abkommen von 1977 verboten. Das nächste Kriegsverbrechen.
Am 12.06. behauptet die Regierung Poroschenko, es gebe Fluchtkorridore aus Slawjansk. Die örtliche Bevölkerung bestreitet das. Der ukrainische Verteidigungsminister erklärt, die Bevölkerung müsse in Filtrationslager.
Am 16.06. meldet die Kyivpost, Angehörige der ukrainischen Armee würden im Südosten kostenlos Land erhalten. Eine Ansage mit einem Unterton. Schließlich ist auch im Donbass Grund und Boden nicht herrenlos; was gegeben wird, muss zuvor jemandem genommen werden. Immer noch kein Genozid?
Am 23.06. wird gemeldet, dass die ukrainischen Truppen angefangen haben, das Umland von Slawjansk zu verminen. Am 02.07. gibt es ein Interview der deutschen Politikerin Marie-Luise Beck mit dem Deutschlandfunk, in dem sie zum Bruch einer vorübergehenden Waffenruhe durch die ukrainischen Truppen erklärt, das sei reine Fürsorglichkeit gegenüber der Zivilbevölkerung, weil ja Strom und Wasser in der Gegend nicht mehr funktionierten... am selben Tag melden die Milizen aus Kramatorsk, das genauso eingeschlossen ist wie Slawjansk, Beschädigungen an über hundert Gebäuden durch den Beschuss, und völlige Zerstörung einiger. Die BBC besaß zumindest noch den Anstand, darüber zu berichten.
Kramatorsk wurde unter anderem, das war an den Geschossüberresten zu identifizieren, aus Raketenwerfern BM-30, Smerch, beschossen, und auch die genaue Munition war erkennbar, 9M55K. Damals suchte ich heraus, worum es sich dabei handelt: "Diese Dinger enthalten jeweils 72 Stück Submunition, deren jedes sich wieder in 400 Schrapnelle aufteilt, macht je Rakete 72 x 400 = 28.800 Metallsplitter, von denen jeder einzelne tödlich sein kann. Eine Salve von 12 Raketen entspricht 345.600 solcher Splitter."
Diese Munition war von der Sowjetunion entwickelt worden, um gegen feindliche Truppen eingesetzt zu werden. Nun wurde diese Munition von der ukrainischen Armee auf Städte abgefeuert, auf Plätze oder mitten in Märkte. Kein Genozid?
Die britische Daily Mail zieht übrigens am 03.07.2014 in einem reichlich bebilderten Artikel zu den Angriffen auf die Zivilbevölkerung im Donbass eine Parallele zum Unternehmen Barbarossa und unterstreicht das mit entsprechenden Fotos. Wenn selbst Briten über die Ähnlichkeiten stolpern, die unter anderem in der völligen Rücksichtslosigkeit gegenüber der Zivilbevölkerung bestehen, wie sollen das dann jene sehen, die das Ziel des Unternehmens Barbarossa waren?
Es gibt nach wie vor keine Belege für das, was in jenen Donbass-Orten geschah, die von der ukrainischen Armee eingenommen wurden. Nur Gerüchte. Aber es gibt Orte, die später wieder von den Donbass-Republiken zurückerobert wurden. Und es gibt Aussagen der Kiewer Führung, die immer wieder die Parallelen zum zweiten Weltkrieg verstärken.
Am 12.07. erklärt Poroschenko, für jeden getöteten Teilnehmer der Anti-Terror-Operation sollten hunderte "Separatisten" mit dem Leben bezahlen. Auch Poroschenko ist in der Sowjetunion aufgewachsen und kennt daher die Wehrmachtsbefehle zur Vergeltung von Partisanenangriffen. Er wusste also, welche Erinnerung er aufruft. Die deutsche Presse gab diese Aussage unkommentiert wieder; am selben Tag erklärte Regierungssprecher Seibert, Merkel habe Poroschenko ermahnt, "bei seinem legitimen Vorgehen gegen die Separatisten die Verhältnismäßigkeit zu wahren und die Zivilbevölkerung zu schützen."
Nur, damit die historischen Vorbilder klar sind – hier das Original. Fernschreiben des Wehrmachtsbefehlshabers im Südosten, Wilhelm List, vom 04.10.1941 (Katalog "Verbrechen der Wehrmacht", S. 516)
"Treten Verluste an deutschen Soldaten oder Volksdeutschen ein, so haben die territorial zuständigen Kommandeure bis zum Rgts.Kdt. Abwärts umgehend die Erschiessung von Festgenommenen in folgenden Sätzen anzuordnen:
a) für jeden getöteten oder ermordeten deutschen Soldaten oder Volksdeutschen (Männer, Frauen oder Kinder) 100 Gefangene oder Geiseln
b) für jeden verwundeten deutschen Soldaten oder Volksdeutschen 50 Gefangene oder Geiseln
Die Erschießungen sind durch die Truppe vorzunehmen."
Und dann passierte MH17, und alles, was in den Donbass-Republiken geschah, verschwand endgültig hinter einer Wand des Schweigens.
Die Waffen, die von ukrainischer Seite auf die Bewohner gerichtet werden, werden währenddessen immer größer. Am 30.07. ist es bereits eine Totschka-U-Rakete (NATO-Bezeichnung Scarab), ein Sprengkopf von einer halben Tonne, dessen Schrapnelle sich auf 30.000 Quadratmetern verteilen. Passend dazu erklärt ein ukrainischer Journalist in einer Fernsehsendung, es gebe in der Donbass-Region "sehr viele absolut unnütze Menschen."
"Wir müssen das ukrainische nationale Interesse verstehen und einsehen, und den Donbass einfach als Ressource verwenden Ich habe kein Rezept, wie man das Problem "Donbass" lösen kann, aber das Wichtigste, was gemacht werden muss, ist Folgendes: einen Teil der Bewohner muss man einfach töten."
Der betreffende Herr ist Kolumnist der Zeitschrift "Ukrainische Woche." Das entsprechende Video wurde inzwischen von YouTube gelöscht. Das gilt für die meisten Videobeweise. Aber ein Video, das die Überreste ziviler Fahrzeuge zeigt, die von ukrainischen Truppen beschossen wurden, existiert noch.
Das Muster, das sich bei den Kämpfen um Slawjansk findet, wiederholte sich auf größerer Skala bei Donezk und Lugansk. Es wurde versucht, sie einzukreisen und die Infrastruktur zu zerstören. Die Straßen in Richtung der russischen Grenze, der naheliegende Fluchtweg für die Einwohner, wurden besonders massiv beschossen. Ginge es um Vertreibung, wäre das nicht geschehen.
Im September, nachdem es durch Minsk I zum ersten Gefangenenaustausch gekommen war, tauchten auch die ersten Berichte über Folter von Gefangenen und willkürliche Morde auf. Es gibt ein Video von damals, das von Journalisten der Komsomolskaya Prawda gedreht wurde, in dem die Freigelassenen unmittelbar nach der Übergabe befragt wurden, also in einer Situation, in der vorherige Absprachen unmöglich waren. Die Erzählungen belegen die Vorwürfe.
In den Orten des Donbass, aus denen die ukrainischen Truppen wieder vertrieben wurden, wurden Massengräber gefunden. Das deckt sich mit Aussagen von Bewohnern dieser Orte; ist aber selbstverständlich kein Beweis, den irgendjemand im Westen anerkennen würde. Genauso, wie die Videos von Gräueln, die Angehörige des Rechten Sektors gerne posteten, wie Aufnahmen von Hinrichtungen verschiedenster Art, in Deutschland nicht ernst genommen würden. Aber es gibt bereits seit dem Sommer 2014 eine Sonderstaatsanwaltschaft in Moskau, die damit befasst ist. Ich würde annehmen, dass die Unterlagen, die die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa Bundeskanzler Scholz versprochen hat, aus der Arbeit dieser Staatsanwälte stammen. Und wenn ich daran denke, was ich selbst 2014/2015 in Videos alles gesehen habe, die leider aufgrund der Löschungen durch YouTube nicht mehr greifbar sind, hat sie sicher Recht damit, dass diese Bilder schrecklich sind.
Aber zurück zur Ausgangsfrage. Die Art der Kriegsführung, die die ukrainische Armee praktizierte, erfüllt voll und ganz die Formulierung des § 6 Artikel 1.3 des deutschen Völkerstrafgesetzes: "die Gruppe unter Lebensbedingungen stellt, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen." Und die ukrainische Seite hat ihre Absichten noch nicht einmal verborgen. Nur die deutschen Politiker und Medien haben nie aufmerksam hingehört.
Wer keine zivilen Fluchtkorridore gewährt und Wohnviertel unter Artilleriefeuer nimmt, Strom-, Gas- und Wasserversorgung sabotiert, ja selbst die Nahrungsversorgung zu blockieren versucht, der beabsichtigt unverkennbar einen Genozid. Es ist an der Zeit, diese Tatsache zur Kenntnis zu nehmen.
© 2022 Internetz-Zeitung
Karaganov: Russland richtet sich jetzt geopolitisch neu aus - Die Putin-Doktrin
Zeitenwende in der russischen Aussenpolitik
Sergei Karaganow: Russlands neue Außenpolitik, die Putin-Doktrin

Karaganov: Russlands neues Denken
Es scheint, als sei Russland in eine neue Ära seiner Außenpolitik eingetreten – eine "konstruktive Zerstörung", wie wir es nennen, des bisherigen Modells der Beziehungen zum Westen. Teile dieser neuen Denkweise haben sich in den letzten 15 Jahren abgezeichnet – angefangen mit Wladimir Putins berühmter Münchner Rede im Jahr 2007 –, aber vieles wird erst jetzt deutlich. Gleichzeitig ist der allgemeine Trend in der russischen Politik und Rhetorik nach wie vor, dass man sich nur zögerlich um eine Integration in das westliche System bemüht und eine verbissen defensive Haltung beibehält.
Konstruktive Zerstörung ist nicht aggressiv. Russland behauptet, dass es niemanden angreifen oder in die Luft jagen wird. Es hat es einfach nicht nötig. Die Außenwelt bietet Russland ohnehin mehr und mehr geopolitische Möglichkeiten für eine mittelfristige Entwicklung. Mit einer großen Ausnahme. Die Erweiterung der NATO und die formelle oder informelle Einbeziehung der Ukraine stellen ein Risiko für die Sicherheit des Landes dar, das Moskau einfach nicht akzeptieren will.
Derzeit befindet sich der Westen auf einem langsamen, aber unausweichlichen Zerfallskurs, sowohl innen- als auch außenpolitisch und sogar wirtschaftlich. Und genau aus diesem Grund hat er nach fast fünfhundert Jahren weltpolitischer, wirtschaftlicher und kultureller Vorherrschaft diesen neuen Kalten Krieg begonnen. Vor allem nach seinem entscheidenden Sieg in den 1990ern bis Mitte der 2000er Jahre. Ich glaube, dass der Westen höchstwahrscheinlich verlieren wird, indem er als globaler Führer zurücktritt und ein vernünftigerer Partner wird. Und das keinen Moment zu früh: Russland wird seine Beziehungen zu einem freundlichen, aber zunehmend mächtigeren China ausbalancieren müssen.
Der Westen versucht derzeit verzweifelt, sich mit aggressiver Rhetorik dagegen zu wehren. Er versucht, sich zu konsolidieren und seine letzten Trümpfe auszuspielen, um diesen Trend umzukehren. Einer dieser Trümpfe ist der Versuch, die Ukraine zu nutzen, um Russland zu schaden und zu schwächen. Es ist wichtig zu verhindern, dass sich diese krampfhaften Versuche in ein vollwertiges Patt verwandeln, und der derzeitigen Politik der USA und der NATO entgegenzuwirken. Sie sind kontraproduktiv und gefährlich, auch wenn sie für die Initiatoren relativ unproblematisch sind. Wir müssen den Westen erst noch davon überzeugen, dass er sich damit nur selbst schadet.
Ein weiterer Trumpf ist die dominierende Rolle des Westens im bestehenden euro-atlantischen Sicherheitssystem, das zu einer Zeit geschaffen wurde, als Russland nach dem Kalten Krieg stark geschwächt war. Es ist sinnvoll, dieses System allmählich zu beseitigen, vor allem indem man sich weigert, an ihm teilzunehmen und nach seinen veralteten Regeln zu spielen, die für uns von Natur aus nachteilig sind. Für Russland sollte die westliche Schiene gegenüber seiner eurasischen Diplomatie zweitrangig werden. Die Aufrechterhaltung konstruktiver Beziehungen zu den Ländern im westlichen Teil des Kontinents kann Russland die Integration in den eurasischen Großraum erleichtern. Das alte System steht jedoch im Weg und sollte daher abgebaut werden.
Der entscheidende nächste Schritt zur Schaffung eines neuen Systems (abgesehen von der Abschaffung des alten Systems) ist die "Vereinigung der Länder". Das ist eine Notwendigkeit für Moskau, keine Laune.
Es wäre schön, wenn wir mehr Zeit hätten, dies zu tun. Aber die Geschichte zeigt, dass es seit dem Zusammenbruch der UdSSR vor 30 Jahren nur wenigen postsowjetischen Nationen gelungen ist, wirklich unabhängig zu werden. Und einige werden es aus verschiedenen Gründen vielleicht nie erreichen. Dies ist ein Thema für eine zukünftige Analyse. Im Moment kann ich nur auf das Offensichtliche hinweisen: Die meisten lokalen Eliten haben keine historische oder kulturelle Erfahrung mit dem Aufbau von Staaten. Sie waren nie in der Lage, zum Kern der Nation zu werden – sie hatten nicht genug Zeit dafür. Als der gemeinsame intellektuelle und kulturelle Raum verschwand, traf dies die kleinen Länder am härtesten. Die neuen Möglichkeiten, Beziehungen zum Westen aufzubauen, erwiesen sich als kein Ersatz. Diejenigen, die sich an der Spitze solcher Länder wiederfanden, haben ihr Land zu ihrem eigenen Vorteil verkauft, weil es keine nationale Idee gab, für die es zu kämpfen galt.
Die meisten dieser Länder werden entweder dem Beispiel der baltischen Staaten folgen und sich von außen steuern lassen, oder sie werden weiter außer Kontrolle geraten, was in einigen Fällen äußerst gefährlich sein kann. Die Frage ist: Wie kann man die Nationen auf die effizienteste und für Russland vorteilhafteste Weise "vereinen", wenn man die zaristischen und sowjetischen Erfahrungen berücksichtigt, als der Einflussbereich über jede vernünftige Grenze hinaus ausgedehnt und dann auf Kosten der russischen Kernbevölkerung zusammengehalten wurde?
Lassen wir die Diskussion über die "Einigung", die uns die Geschichte aufzwingt, für einen anderen Tag. Diesmal wollen wir uns auf die objektive Notwendigkeit konzentrieren, eine harte Entscheidung zu treffen und die Politik der "konstruktiven Zerstörung" anzunehmen.
Die Meilensteine, die wir passiert haben
Heute beginnt die vierte Ära der russischen Außenpolitik. Die erste begann in den späten 1980er Jahren und war eine Zeit der Schwäche und des Wahns. Die Nation hatte den Kampfeswillen verloren, die Menschen wollten glauben, dass die Demokratie und der Westen kommen und sie retten würden. Das Ganze endete 1999 nach den ersten Wellen der NATO-Erweiterung, die von den Russen als hinterhältiger Schachzug angesehen wurde, als der Westen das, was von Jugoslawien übrig geblieben war, auseinanderriss.
Dann begann Russland, sich von seinen Knien zu erheben und sich wieder aufzubauen, heimlich und im Verborgenen, während es freundlich und demütig erschien. Der Rückzug der USA aus dem ABM-Vertrag signalisierte ihre Absicht, ihre strategische Vorherrschaft wiederzuerlangen, und so fasste das immer noch zerrüttete Russland den verhängnisvollen Entschluss, Waffensysteme zu entwickeln, um die amerikanischen Bestrebungen herauszufordern. Die Münchner Rede, der Georgienkrieg und die Armeereform, die inmitten einer weltweiten Wirtschaftskrise stattfanden, die das Ende des westlichen liberalen, globalistischen Imperialismus (ein Begriff, der von einem prominenten Experten für internationale Angelegenheiten, Richard Sakwa, geprägt wurde) bedeutete, markierten das neue Ziel der russischen Außenpolitik – wieder eine führende Weltmacht zu werden, die ihre Souveränität und Interessen verteidigen kann. Es folgten die Ereignisse auf der Krim, in Syrien, die militärische Aufrüstung und die Verhinderung der Einmischung des Westens in die inneren Angelegenheiten Russlands sowie die Entfernung derjenigen aus dem öffentlichen Dienst, die zum Nachteil ihres Heimatlandes mit dem Westen zusammenarbeiteten, auch durch eine meisterhafte Nutzung der Reaktion des Westens auf diese Entwicklungen. In dem Maße, wie die Spannungen zunehmen, wird es immer weniger lukrativ, zum Westen aufzuschauen und dort Vermögen zu halten.
Der unglaubliche Aufstieg Chinas und die De-facto-Bündnispartnerschaft mit Peking ab den 2010er Jahren, der Schwenk nach Osten und die multidimensionale Krise, die den Westen erfasst hat, haben zu einer großen Verschiebung des politischen und geoökonomischen Gleichgewichts zu Gunsten Russlands geführt. Dies ist in Europa besonders ausgeprägt. Noch vor einem Jahrzehnt betrachtete die EU Russland als einen rückständigen und schwachen Rand des Kontinents, der sich mit den Großmächten messen wollte. Jetzt versucht es verzweifelt, seine geopolitische und geoökonomische Unabhängigkeit zu bewahren, die ihm entgleitet.
Die Zeit der "Rückkehr zur Größe" endete etwa 2017 bis 2018. Danach erreichte Russland ein Plateau. Die Modernisierung ging weiter, aber die schwache Wirtschaft drohte die Errungenschaften zunichte zu machen. Die Menschen (mich eingeschlossen) waren frustriert und befürchteten, dass Russland wieder einmal "die Niederlage aus dem Maul des Siegers reißen würde". Doch es stellte sich heraus, dass es sich um eine weitere Aufbauphase handelte, vor allem im Hinblick auf die Verteidigungsfähigkeiten.
Russland hat aufgeholt und dafür gesorgt, dass es im nächsten Jahrzehnt strategisch relativ unverwundbar und in der Lage sein wird, im Falle von Konflikten in den Regionen seiner Interessensphäre "in einem Eskalationsszenario zu dominieren".
Das Ultimatum, das Russland den USA und der NATO Ende 2021 stellte und in dem es sie aufforderte, den Ausbau der militärischen Infrastruktur in der Nähe der russischen Grenzen und die Expansion nach Osten einzustellen, markierte den Beginn der "konstruktiven Zerstörung". Das Ziel besteht nicht nur darin, die erlahmende, wenn auch wirklich gefährliche Trägheit des geostrategischen Vorstoßes des Westens zu stoppen, sondern auch damit zu beginnen, den Grundstein für eine neue Art von Beziehungen zwischen Russland und dem Westen zu legen, die sich von dem unterscheiden, was wir in den 1990er Jahren festgelegt haben.
Russlands militärische Fähigkeiten, das zurückkehrende Gefühl der moralischen Rechtschaffenheit, die Lehren aus den Fehlern der Vergangenheit und ein enges Bündnis mit China könnten dazu führen, dass der Westen, der die Rolle des Gegners gewählt hat, anfängt, vernünftig zu sein, wenn auch nicht immer. Dann, so hoffe ich, wird in einem Jahrzehnt oder früher ein neues System der internationalen Sicherheit und Zusammenarbeit aufgebaut, das diesmal den gesamten Großraum Eurasien einbezieht und auf den Grundsätzen der Vereinten Nationen und des Völkerrechts beruht und nicht auf einseitigen "Regeln", die der Westen der Welt in den letzten Jahrzehnten aufzuzwingen versucht hat.
Fehler korrigieren
Bevor ich fortfahre, möchte ich sagen, dass ich die russische Diplomatie sehr schätze – sie war in den letzten 25 Jahren absolut brillant. Moskau hatte zwar ein schwaches Blatt in der Hand, hat aber dennoch ein großartiges Spiel gespielt. Erstens hat es nicht zugelassen, dass der Westen es "fertigmacht". Russland behielt seinen formalen Status eines großen Landes bei, indem es seine ständige Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat und sein Atomwaffenarsenal behielt. Dann verbesserte es allmählich sein globales Ansehen, indem es die Schwächen seiner Rivalen und die Stärken seiner Partner nutzte. Der Aufbau einer engen Freundschaft mit China war ein großer Erfolg. Russland hat einige geopolitische Vorteile, die die Sowjetunion nicht hatte. Es sei denn, es geht auf das Streben zurück, eine globale Supermacht zu werden, woran die UdSSR schließlich zugrunde ging.
Wir sollten jedoch die Fehler, die wir gemacht haben, nicht vergessen, damit wir sie nicht wiederholen. Es waren unsere Faulheit, Schwäche und bürokratische Trägheit, die dazu beigetragen haben, das ungerechte und instabile System der europäischen Sicherheit, das wir heute haben, zu schaffen und über Wasser zu halten.
Die schön formulierte Charta von Paris für ein neues Europa, die 1990 unterzeichnet wurde, enthielt eine Erklärung über die Assoziationsfreiheit – die Länder konnten sich ihre Verbündeten aussuchen, was nach der Erklärung von Helsinki von 1975 unmöglich gewesen wäre. Da der Warschauer Pakt zu diesem Zeitpunkt auf dem Zahnfleisch ging, bedeutete diese Klausel, dass die NATO die Möglichkeit hatte, sich zu erweitern. Auf dieses Dokument berufen sich alle, auch in Russland. Damals, 1990, konnte die NATO jedoch zumindest als "Verteidigungs"-Organisation bezeichnet werden. Das Bündnis und die meisten seiner Mitglieder haben seitdem eine Reihe aggressiver Militäraktionen durchgeführt – gegen die Überreste Jugoslawiens, aber auch im Irak und in Libyen.
Nach einem herzlichen Gespräch mit Lech Wałęsa im Jahr 1993 unterzeichnete Boris Jelzin ein Dokument, in dem es hieß, Russland habe "Verständnis für Polens Plan, der NATO beizutreten". Als Andrei Kosirew, der damalige russische Außenminister, 1994 von den Erweiterungsplänen der NATO erfuhr, begann er im Namen Russlands zu verhandeln, ohne den Präsidenten zu konsultieren. Die andere Seite wertete dies als Zeichen dafür, dass Russland mit dem allgemeinen Konzept einverstanden war, da es versuchte, akzeptable Bedingungen auszuhandeln. 1995 trat Moskau auf die Bremse, aber es war zu spät – der Damm brach und fegte alle Vorbehalte gegen die westlichen Expansionsbestrebungen hinweg.
1997 unterzeichnete das wirtschaftlich schwache und vom Westen völlig abhängige Russland die Grundakte über gegenseitige Beziehungen, Zusammenarbeit und Sicherheit mit der NATO. Moskau gelang es, dem Westen bestimmte Zugeständnisse abzuringen, wie etwa die Zusage, keine großen militärischen Einheiten in die neuen Mitgliedstaaten zu entsenden. Gegen diese Verpflichtung hat die NATO konsequent verstoßen. Eine weitere Vereinbarung bestand darin, diese Gebiete frei von Atomwaffen zu halten. Die USA hätten dies ohnehin nicht gewollt, da sie versucht hatten, sich von einem möglichen Atomkonflikt in Europa so weit wie möglich zu distanzieren (trotz der Wünsche ihrer Verbündeten), da dies zweifellos einen Atomschlag gegen Amerika zur Folge hätte. In Wirklichkeit legitimierte das Dokument die Expansion der NATO.
Es gab noch weitere Fehler, die zwar nicht so schwerwiegend, aber dennoch äußerst schmerzhaft waren. Russland beteiligte sich an dem Programm "Partnerschaft für den Frieden", dessen einziger Zweck darin bestand, den Anschein zu erwecken, die NATO sei bereit, auf Moskau zu hören, doch in Wirklichkeit nutzte das Bündnis das Projekt, um seine Existenz und weitere Expansion zu rechtfertigen. Ein weiterer frustrierender Fehltritt war unsere Beteiligung am NATO-Russland-Rat nach dem Angriff auf Jugoslawien. Den auf dieser Ebene diskutierten Themen fehlte es an Substanz. Sie hätten sich auf das wirklich wichtige Thema konzentrieren sollen – die Eindämmung der Expansion des Bündnisses und des Aufbaus seiner militärischen Infrastruktur in der Nähe der russischen Grenzen. Bedauerlicherweise wurde dies nie auf die Tagesordnung gesetzt. Der Rat arbeitete weiter, auch nachdem die Mehrheit der NATO-Mitglieder 2011 einen Krieg im Irak und dann in Libyen begonnen hatte.
Es ist sehr bedauerlich, dass wir uns nie getraut haben, es offen auszusprechen – die NATO war zu einem Aggressor geworden, der zahlreiche Kriegsverbrechen begangen hat. Dies wäre eine ernüchternde Wahrheit für verschiedene politische Kreise in Europa gewesen, wie zum Beispiel in Finnland und Schweden, wo einige über die Vorteile eines Beitritts zur Organisation nachdenken. Und all die anderen mit ihrem Mantra, die NATO sei ein Verteidigungs- und Abschreckungsbündnis, das weiter gefestigt werden müsse, damit es gegen imaginäre Feinde bestehen könne.
Ich verstehe diejenigen im Westen, die sich an das bestehende System gewöhnt haben, das es den Amerikanern ermöglicht, sich den Gehorsam ihrer Juniorpartner zu erkaufen, und zwar nicht nur in Form von militärischer Unterstützung, während diese Verbündeten durch den Verkauf eines Teils ihrer Souveränität Sicherheitsausgaben einsparen können. Aber was haben wir von diesem System? Vor allem jetzt, da es offensichtlich geworden ist, dass es Konfrontationen an unseren westlichen Grenzen und in der ganzen Welt hervorruft und eskaliert.
Die NATO lebt von der erzwungenen Konfrontation, und je länger die Organisation besteht, desto schlimmer wird diese Konfrontation sein.
Der Block stellt auch für seine Mitglieder eine Bedrohung dar. Er provoziert zwar eine Konfrontation, garantiert aber nicht wirklich Schutz. Es stimmt nicht, dass Artikel 5 des Nordatlantikvertrags eine kollektive Verteidigung garantiert, wenn ein Verbündeter angegriffen wird. Dieser Artikel besagt nicht, dass dies automatisch garantiert ist. Ich bin mit der Geschichte des Blocks und den Diskussionen in Amerika über seine Gründung vertraut. Ich weiß mit Sicherheit, dass die USA niemals Atomwaffen einsetzen werden, um ihre Verbündeten zu "schützen", wenn es zu einem Konflikt mit einem Atomstaat kommt.
Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist überholt. Sie wird von der NATO und der EU dominiert, die die Organisation nutzen, um die Konfrontation in die Länge zu ziehen und die politischen Werte und Normen des Westens allen anderen aufzuzwingen. Glücklicherweise wird diese Politik immer weniger wirksam. Mitte der 2010er Jahre hatte ich die Gelegenheit, mit dem OSZE-Gremium bedeutender Persönlichkeiten (was für ein Name!) zusammenzuarbeiten, das ein neues Mandat für die Organisation entwickeln sollte. Und wenn ich schon vorher Zweifel an der Effektivität der OSZE hatte, so hat mich diese Erfahrung davon überzeugt, dass sie eine äußerst destruktive Institution ist. Sie ist eine antiquierte Organisation mit der Aufgabe, Dinge zu bewahren, die überholt sind. In den 1990er Jahren diente sie als Instrument, um jeden Versuch Russlands oder anderer, ein gemeinsames europäisches Sicherheitssystem zu schaffen, zu begraben; in den 2000er Jahren hat der sogenannte Korfu-Prozess die neue russische Sicherheitsinitiative zum Erliegen gebracht.
Praktisch alle UN-Institutionen wurden aus dem Kontinent verdrängt, einschließlich der UN-Wirtschaftskommission für Europa, ihres Menschenrechtsrates und des Sicherheitsrates. Einst galt die OSZE als nützliche Organisation, die das UN-System und die UN-Prinzipien auf einem wichtigen Subkontinent fördern sollte. Dazu ist es nicht gekommen.
Was die NATO betrifft, so ist es ganz klar, was wir tun sollten. Wir müssen die moralische und politische Legitimität des Blocks untergraben und jede institutionelle Partnerschaft ablehnen, da ihre Kontraproduktivität offensichtlich ist. Nur das Militär sollte weiterhin kommunizieren, aber als Hilfskanal, der den Dialog mit dem Verteidigungsministerium und den Verteidigungsministerien der führenden europäischen Staaten ergänzt. Schließlich sind es nicht die Brüsseler, die strategisch wichtige Entscheidungen treffen.
Die gleiche Politik könnte man auch im Hinblick auf die OSZE verfolgen. Ja, es gibt einen Unterschied, denn obwohl es sich um eine zerstörerische Organisation handelt, hat sie nie Kriege, Destabilisierung oder Tötungen initiiert. Wir müssen also unser Engagement in diesem Format auf ein Minimum beschränken. Manche sagen, dass dies der einzige Rahmen ist, in dem der russische Außenminister die Möglichkeit hat, seine Amtskollegen zu treffen. Das ist nicht wahr. Die UNO kann einen noch besseren Rahmen bieten. Bilaterale Gespräche sind ohnehin viel effektiver, weil es für den Block leichter ist, die Tagesordnung zu unterwandern, wenn viele Menschen anwesend sind. Die Entsendung von Beobachtern und Friedenstruppen durch die UNO wäre ebenfalls sehr viel sinnvoller.
Das begrenzte Format des Artikels erlaubt es mir nicht, auf spezifische politische Maßnahmen für jede europäische Organisation, wie z. B. den Europarat, einzugehen. Aber ich würde das allgemeine Prinzip so definieren: Wir gehen dort Partnerschaften ein, wo wir Vorteile für uns sehen, und halten uns ansonsten zurück.
Dreißig Jahre unter dem gegenwärtigen System der europäischen Institutionen haben bewiesen, dass es schädlich wäre, es fortzusetzen. Russland profitiert in keiner Weise von Europas Neigung, Konfrontationen zu schüren und zu eskalieren oder gar eine militärische Bedrohung für den Subkontinent und die ganze Welt darzustellen. Früher konnten wir davon träumen, dass Europa uns bei der Stärkung der Sicherheit und bei der politischen und wirtschaftlichen Modernisierung helfen würde. Stattdessen untergräbt es die Sicherheit, warum also sollten wir das dysfunktionale und sich verschlechternde politische System des Westens kopieren? Brauchen wir wirklich diese neuen Werte, die sie übernommen haben?
Wir müssen die Expansion begrenzen, indem wir uns weigern, in einem erodierenden System mitzuarbeiten. Hoffentlich helfen wir unseren zivilisatorischen Nachbarn aus dem Westen tatsächlich, indem wir einen festen Standpunkt einnehmen und sie sich selbst überlassen. Die Eliten könnten zu einer weniger selbstmörderischen Politik zurückkehren, die für alle sicherer wäre. Natürlich müssen wir uns klugerweise selbst aus der Gleichung herausnehmen und dafür sorgen, dass die Kollateralschäden, die das scheiternde System unweigerlich verursachen wird, möglichst gering gehalten werden. Aber es in seiner jetzigen Form beizubehalten, ist einfach gefährlich.
Politik für das Russland von morgen
Während die bestehende Weltordnung weiter zerbröckelt, scheint es für Russland am klügsten zu sein, die Situation so lange wie möglich auszusitzen, sich hinter den Mauern seiner "neo-isolationistischen Festung" zu verschanzen und sich um innenpolitische Angelegenheiten zu kümmern. Doch dieses Mal verlangt die Geschichte, dass wir handeln. Viele meiner Vorschläge für den außenpolitischen Ansatz, den ich vorläufig "konstruktive Zerstörung" genannt habe, ergeben sich natürlich aus der oben dargelegten Analyse.
Es gibt keinen Grund, sich einzumischen oder zu versuchen, die innere Dynamik des Westens zu beeinflussen, dessen Eliten verzweifelt genug sind, einen neuen Kalten Krieg gegen Russland zu beginnen. Stattdessen sollten wir verschiedene außenpolitische Instrumente – auch militärische – einsetzen, um bestimmte rote Linien festzulegen. Während das westliche System weiterhin auf einen moralischen, politischen und wirtschaftlichen Niedergang zusteuert, werden die nicht-westlichen Mächte (mit Russland als Hauptakteur) unweigerlich ihre geopolitischen, geoökonomischen und geoideologischen Positionen stärken.
Unsere westlichen Partner versuchen vorhersehbar, die Forderungen Russlands nach Sicherheitsgarantien zu unterdrücken und den laufenden diplomatischen Prozess zu nutzen, um die Lebensdauer ihrer eigenen Institutionen zu verlängern. Es gibt keinen Grund, den Dialog oder die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Politik, Kultur, Bildung und Gesundheitswesen aufzugeben, wann immer dies sinnvoll ist. Aber wir müssen die Zeit, die wir haben, auch nutzen, um den militärisch-politischen, psychologischen und sogar militärisch-technischen Druck zu erhöhen – nicht so sehr auf die Ukraine, deren Bevölkerung zu Kanonenfutter für einen neuen Kalten Krieg gemacht wurde, sondern auf den kollektiven Westen, um ihn zu zwingen, seine Meinung zu ändern und von der Politik, die er in den letzten Jahrzehnten verfolgt hat, abzulassen. Eine Eskalation der Konfrontation ist nicht zu befürchten: Wir haben gesehen, wie die Spannungen selbst dann zunahmen, als Russland versuchte, die westliche Welt zu beschwichtigen. Wir sollten uns auf eine stärkere Gegenwehr des Westens vorbereiten; außerdem sollte Russland in der Lage sein, der Welt eine langfristige Alternative anzubieten – einen neuen politischen Rahmen, der auf Frieden und Zusammenarbeit beruht.
Natürlich ist es sinnvoll, unsere Partner von Zeit zu Zeit daran zu erinnern, dass es zu all dem eine für beide Seiten vorteilhafte Alternative gibt. Wenn Russland eine vernünftige, aber durchsetzungsfähige Politik betreibt (auch im eigenen Land), wird es die jüngste Welle der westlichen Feindseligkeit erfolgreich (und relativ friedlich) überwinden. Wie ich bereits geschrieben habe, haben wir gute Chancen, diesen Kalten Krieg zu gewinnen.
Was ebenfalls zu Optimismus Anlass gibt, ist Russlands eigene Bilanz in der Vergangenheit: Es ist uns mehr als einmal gelungen, die imperialen Ambitionen fremder Mächte zu zähmen – zu unserem eigenen Wohl und zum Wohl der gesamten Menschheit. Russland war in der Lage, Möchtegern-Imperien in zahme und relativ harmlose Nachbarn zu verwandeln: Schweden nach der Schlacht von Poltawa, Frankreich nach Borodino, Deutschland nach Stalingrad und Berlin.
Einen Slogan für die neue russische Politik gegenüber dem Westen finden wir in einem Vers aus Alexander Bloks "Die Skythen", einem brillanten Gedicht, das heute besonders aktuell erscheint: "Komm also zu uns! Verlasst den Krieg und den Kriegsalarm, / Und ergreift die Hand des Friedens und der Freundschaft. / Solange noch Zeit ist, Kameraden, legt die Waffen nieder! / Lasst uns in wahrer Brüderlichkeit vereint sein!"
Während wir versuchen, unsere Beziehungen zum Westen zu heilen (auch wenn das einige bittere Medizin erfordert), müssen wir uns daran erinnern, dass der westlichen Welt, die uns kulturell nahe steht, die Zeit davonläuft – und zwar schon seit zwei Jahrzehnten. Sie befindet sich im Wesentlichen im Modus der Schadensbegrenzung und sucht nach Kooperation, wann immer es möglich ist. Die wirklichen Chancen und Herausforderungen unserer Gegenwart und Zukunft liegen im Osten und im Süden. Eine härtere Gangart gegenüber den westlichen Staaten darf Russland nicht davon ablenken, seine Ausrichtung nach Osten beizubehalten. Und wir haben in den letzten zwei oder drei Jahren gesehen, wie sich dieser Schwenk verlangsamt hat, vor allem, wenn es um die Entwicklung von Gebieten jenseits des Uralgebirges geht.
Wir dürfen nicht zulassen, dass die Ukraine zu einer Sicherheitsbedrohung für Russland wird. Allerdings wäre es kontraproduktiv, zu viele administrative und politische (ganz zu schweigen von wirtschaftlichen) Ressourcen darauf zu verwenden. Russland muss lernen, diese instabile Situation aktiv zu steuern und in Grenzen zu halten. Der größte Teil der Ukraine ist von seiner eigenen antinationalen Elite kastriert, vom Westen korrumpiert und mit dem Erreger des militanten Nationalismus infiziert worden.
Es wäre viel effektiver, in den Osten zu investieren, in die Entwicklung Sibiriens. Indem wir günstige Arbeits- und Lebensbedingungen schaffen, werden wir nicht nur russische Bürger anziehen, sondern auch Menschen aus den anderen Teilen des ehemaligen Russischen Reiches, einschließlich der Ukrainer. Letztere haben in der Vergangenheit einen großen Beitrag zur Entwicklung Sibiriens geleistet.
Lassen Sie mich einen Punkt aus meinen anderen Artikeln wiederholen: Es war die Einverleibung Sibiriens unter Iwan dem Schrecklichen, die Russland zu einer Großmacht machte, und nicht der Beitritt der Ukraine unter Alexei Michailowitsch, der unter dem Namen "der Friedlichste" bekannt ist. Es ist höchste Zeit, dass wir aufhören, Zbigniew Brzezińskis unaufrichtige – und so auffallend polnische – Behauptung zu wiederholen, Russland könne ohne die Ukraine keine Großmacht sein. Das Gegenteil ist viel näher an der Wahrheit: Russland kann keine Großmacht sein, wenn es durch eine zunehmend schwerfällige Ukraine belastet wird – ein politisches Gebilde, das von Lenin geschaffen wurde und später unter Stalin nach Westen expandierte.
Der vielversprechendste Weg für Russland liegt in der Entwicklung und Stärkung der Beziehungen zu China. Eine Partnerschaft mit Peking würde das Potenzial beider Länder um ein Vielfaches steigern. Wenn der Westen seine erbittert feindselige Politik fortsetzt, wäre es nicht unvernünftig, ein zeitlich begrenztes fünfjähriges Verteidigungsbündnis mit China in Betracht zu ziehen. Natürlich sollte man sich auch davor hüten, sich auf dem China-Kurs "vom Erfolg schwindlig machen" zu lassen, um nicht zum mittelalterlichen Modell des Reichs der Mitte zurückzukehren, das wuchs, indem es seine Nachbarn zu Vasallen machte. Wir sollten Peking helfen, wo immer wir können, um zu verhindern, dass es in dem vom Westen entfesselten neuen Kalten Krieg auch nur eine vorübergehende Niederlage erleidet. Eine solche Niederlage würde auch uns schwächen. Außerdem wissen wir nur zu gut, in was sich der Westen verwandelt, wenn er glaubt zu gewinnen. Es bedurfte einiger harter Mittel, um Amerikas Kater zu behandeln, nachdem es sich in den 1990er Jahren an der Macht berauscht hatte.
Eine ostorientierte Politik darf sich natürlich nicht nur auf China konzentrieren. Sowohl der Osten als auch der Süden sind in der globalen Politik, Wirtschaft und Kultur auf dem Vormarsch, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass wir die militärische Überlegenheit des Westens – die Hauptquelle seiner 500-jährigen Hegemonie – untergraben haben.
Wenn es an der Zeit ist, ein neues europäisches Sicherheitssystem zu schaffen, das das gefährlich überholte bestehende System ersetzt, muss dies im Rahmen eines größeren eurasischen Projekts geschehen. Aus dem alten euro-atlantischen System kann nichts Sinnvolles hervorgehen.
Es versteht sich von selbst, dass der Erfolg die Entwicklung und Modernisierung des wirtschaftlichen, technologischen und wissenschaftlichen Potenzials des Landes voraussetzt – alles Säulen der militärischen Macht eines Landes, die das Rückgrat der Souveränität und Sicherheit jeder Nation bleibt. Russland kann nicht erfolgreich sein, ohne die Lebensqualität für die Mehrheit seiner Bevölkerung zu verbessern: Dazu gehören der allgemeine Wohlstand, das Gesundheitswesen, die Bildung und die Umwelt.
Die Einschränkung der politischen Freiheiten, die in der Konfrontation mit dem kollektiven Westen unvermeidlich ist, darf sich auf keinen Fall auf den geistigen Bereich erstrecken. Das ist schwierig, aber machbar. Für den begabten, kreativ denkenden Teil der Bevölkerung, der bereit ist, seinem Land zu dienen, müssen wir so viel geistige Freiheit wie möglich bewahren. Wissenschaftliche Entwicklung durch "Scharaschkas" (Forschungs- und Entwicklungslaboratorien im Rahmen des sowjetischen Arbeitslagersystems) nach sowjetischem Vorbild ist nichts, was in der modernen Welt funktionieren würde. Freiheit fördert die Talente des russischen Volkes, und Erfindungsreichtum liegt uns im Blut. Selbst in der Außenpolitik bietet uns die Freiheit von ideologischen Zwängen, die wir genießen, massive Vorteile gegenüber unseren engstirnigeren Nachbarn. Die Geschichte lehrt uns, dass die brutale Einschränkung der Gedankenfreiheit, die das kommunistische Regime seinem Volk auferlegte, die Sowjetunion in den Ruin geführt hat. Die Wahrung der persönlichen Freiheit ist eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung jeder Nation.
Wenn wir als Gesellschaft wachsen und siegreich sein wollen, ist es absolut unerlässlich, dass wir ein geistiges Rückgrat entwickeln – eine nationale Idee, eine Ideologie, die uns eint und den Weg nach vorn weist. Es ist eine grundlegende Wahrheit, dass große Nationen ohne eine solche Idee in ihrem Kern nicht wirklich groß sein können. Dies ist ein Teil der Tragödie, die uns in den 1970er und 1980er Jahren widerfahren ist. Es ist zu hoffen, dass der Widerstand der herrschenden Eliten gegen den Vormarsch einer neuen Ideologie, die ihre Wurzeln in den Schmerzen der kommunistischen Ära hat, allmählich nachlässt. Die Rede von Wladimir Putin auf der Jahrestagung des Waldai-Diskussionsklubs im Oktober 2021 war in dieser Hinsicht ein starkes, beruhigendes Signal.
Wie die ständig wachsende Zahl russischer Philosophen und Autoren habe auch ich meine eigene Vision der "russischen Idee" dargelegt. (Ich entschuldige mich dafür, dass ich wieder auf meine eigenen Veröffentlichungen verweisen muss – das ist ein unvermeidlicher Nebeneffekt, wenn man sich an das Format halten muss).
Fragen für die Zukunft
Kommen wir nun zu einem wichtigen, aber meist übersehenen Aspekt der neuen Politik, der angegangen werden muss. Wir müssen die veralteten und oft schädlichen ideologischen Grundlagen unserer Sozialwissenschaften und des öffentlichen Lebens ablegen und reformieren, damit diese neue Politik umgesetzt werden kann, geschweige denn erfolgreich ist.
Das bedeutet nicht, dass wir die Fortschritte in der Politikwissenschaft, der Wirtschaft und der Außenpolitik unserer Vorgänger erneut verwerfen müssen. Die Bolschewiki haben versucht, die sozialen Ideen des zaristischen Russlands über Bord zu werfen – jeder weiß, wie das ausgegangen ist. Wir lehnten den Marxismus ab und waren froh darüber. Jetzt, wo wir andere Lehren satt haben, stellen wir fest, dass wir zu ungeduldig damit waren. Marx, Engels und Lenin hatten solide Ideen in ihrer Theorie des Imperialismus, die wir nutzen konnten.
Die Sozialwissenschaften, die sich mit den Formen des öffentlichen und privaten Lebens befassen, müssen den nationalen Kontext berücksichtigen, wie umfassend er auch immer erscheinen mag. Sie entspringen der nationalen Geschichte und sollen letztlich den Nationen und/oder ihren Regierungen und Eliten helfen. Die gedankenlose Übertragung von Lösungen, die in einem Land gültig sind, auf ein anderes ist fruchtlos und führt nur zu Abscheulichkeiten.
Wir müssen damit beginnen, auf geistige Unabhängigkeit hinzuarbeiten, nachdem wir militärische Sicherheit und politische und wirtschaftliche Souveränität erreicht haben. In der neuen Welt ist es obligatorisch, sich zu entwickeln und Einfluss zu nehmen. Michail Remisow, ein prominenter russischer Politikwissenschaftler, war meines Wissens der erste, der dies als "intellektuelle Dekolonisierung" bezeichnete.
Nachdem wir jahrzehntelang im Schatten des importierten Marxismus gestanden haben, haben wir in Wirtschaft und Politikwissenschaft und bis zu einem gewissen Grad auch in der Außen- und Verteidigungspolitik den Übergang zu einer anderen fremden Ideologie der liberalen Demokratie eingeleitet. Diese Faszination hat uns nicht gut getan – wir haben Land, Technologie und Menschen verloren. Mitte der 2000er Jahre begannen wir, unsere Souveränität auszuüben, mussten uns aber eher auf unseren Instinkt verlassen als auf klare nationale (wieder – etwas anderes kann es nicht sein) wissenschaftliche und ideologische Grundsätze.
Zur Veranschaulichung dieses Punktes hier ein paar zufällig ausgewählte Fragen aus meiner sehr langen Liste.
Ich beginne mit existenziellen Fragen, rein philosophischen Fragen. Was kommt im Menschen zuerst, der Geist oder die Materie? Und im profaneren politischen Sinne – was treibt Menschen und Staaten in der modernen Welt an? Für gewöhnliche Marxisten und Liberale lautet die Antwort: die Wirtschaft. Man erinnere sich nur daran, dass Bill Clintons berühmtes "It's the economy, stupid" bis vor Kurzem als Axiom galt. Aber die Menschen suchen nach etwas Größerem, wenn das Grundbedürfnis nach Nahrung befriedigt ist. Die Liebe zur Familie, zur Heimat, der Wunsch nach nationaler Würde, persönlichen Freiheiten, Macht und Ruhm. Die Hierarchie der Bedürfnisse ist uns gut bekannt, seit Maslow sie in den 1940er bis 1950er Jahren in seiner berühmten Pyramide vorstellte. Der moderne Kapitalismus hat sie jedoch verdreht, indem er einen immer größeren Konsum zunächst über traditionelle Medien und später über allumfassende digitale Netzwerke erzwang – für Arm und Reich, jeder nach seinen Möglichkeiten.
Was können wir tun, wenn der moderne Kapitalismus ohne moralische oder religiöse Grundlagen zu grenzenlosem Konsum anregt, der moralische und geografische Grenzen sprengt und mit der Natur in Konflikt gerät und die Existenz unserer Spezies bedroht? Wir Russen verstehen besser als jeder andere, dass der Versuch, Unternehmer und Kapitalisten loszuwerden, die von dem Wunsch angetrieben werden, Reichtum zu schaffen, katastrophale Folgen für die Gesellschaft und die Umwelt haben wird (das sozialistische Wirtschaftsmodell war nicht gerade umweltfreundlich).
Was machen wir mit den neuesten Werten wie der Ablehnung der Geschichte, des Heimatlandes, des Geschlechts und des Glaubens sowie mit den aggressiven LGBT- und ultra-feministischen Bewegungen? Ich respektiere das Recht, ihnen zu folgen, aber ich halte sie für posthumanistisch. Sollten wir dies als eine weitere Stufe der sozialen Evolution betrachten? Das glaube ich nicht. Sollten wir versuchen, sie abzuwehren, ihre Ausbreitung zu begrenzen und warten, bis die Gesellschaft diese moralische Epidemie überstanden hat? Oder sollten wir sie aktiv bekämpfen, indem wir uns an die Spitze der Mehrheit der Menschheit stellen, die an sogenannten "konservativen" Werten oder, um es einfach auszudrücken, an normalen menschlichen Werten festhält? Sollen wir uns in den Kampf einmischen und eine ohnehin schon gefährliche Konfrontation mit den westlichen Eliten eskalieren lassen?
Die technologische Entwicklung und die gestiegene Arbeitsproduktivität haben dazu beigetragen, die Mehrheit der Menschen zu ernähren, aber die Welt selbst ist in die Anarchie abgerutscht, und viele Leitprinzipien sind auf globaler Ebene verloren gegangen. Vielleicht haben Sicherheitsbedenken wieder einmal Vorrang vor der Wirtschaft. Militärische Instrumente und der politische Wille könnten von nun an die Führung übernehmen.
Was ist militärische Abschreckung in der modernen Welt? Ist es die Drohung, nationalen und individuellen Vermögenswerten oder ausländischen Vermögenswerten und Informationsinfrastrukturen, mit denen die heutigen westlichen Eliten so eng verbunden sind, Schaden zuzufügen? Was wird aus der westlichen Welt, wenn diese Infrastruktur zu Fall gebracht wird?
Und eine damit verbundene Frage: Was ist die strategische Parität, von der wir heute noch sprechen? Handelt es sich dabei um einen fremden Unsinn, den sich die sowjetischen Führer ausgedacht haben, die ihr Volk aufgrund ihres Minderwertigkeitskomplexes und des Syndroms des 22. Juni 1941 in ein erschöpfendes Wettrüsten verwickelt haben? Es sieht so aus, als würden wir diese Frage bereits beantworten, auch wenn wir immer noch Reden über Gleichheit und symmetrische Maßnahmen schwingen.
Und was ist diese Rüstungskontrolle, die viele für ein Instrument halten? Ist sie ein Versuch, das teure Wettrüsten einzudämmen, das der wohlhabenderen Wirtschaft zugute kommt, das Risiko von Feindseligkeiten zu begrenzen, oder etwas anderes – ein Instrument zur Legitimierung des Wettrüstens, der Entwicklung von Waffen und der Durchführung unnötiger Programme beim Gegner? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort.
Aber kehren wir zurück zu den eher existenziellen Fragen. Ist die Demokratie wirklich die Krönung der politischen Entwicklung? Oder ist sie nur ein weiteres Instrument, das den Eliten hilft, die Gesellschaft zu kontrollieren, wenn wir nicht von der reinen Demokratie des Aristoteles sprechen (die auch gewisse Einschränkungen hat)? Es gibt viele Instrumente, die kommen und gehen, wenn sich die Gesellschaft und die Bedingungen ändern. Manchmal geben wir sie auf, um sie dann wieder einzuführen, wenn die Zeit reif ist und eine externe und interne Nachfrage nach ihnen besteht. Ich plädiere nicht für grenzenlosen Autoritarismus oder Monarchie. Ich denke, wir haben es mit der Zentralisierung bereits übertrieben, vor allem auf der Ebene der Kommunalverwaltung. Aber wenn dies nur ein Mittel ist, sollten wir dann nicht aufhören, so zu tun, als ob wir Demokratie anstrebten, und klarstellen, dass wir persönliche Freiheiten, eine wohlhabende Gesellschaft, Sicherheit und nationale Würde wollen? Aber wie rechtfertigen wir dann die Macht des Volkes?
Ist der Staat wirklich dazu bestimmt, abzusterben, wie Marxisten und liberale Globalisten zu glauben pflegten, als sie von Allianzen zwischen transnationalen Konzernen, internationalen Nichtregierungsorganisationen (die beide verstaatlicht und privatisiert wurden) und supranationalen politischen Gremien träumten? Wir werden sehen, wie lange die EU in ihrer jetzigen Form überleben kann. Damit will ich nicht sagen, dass es keinen Grund gibt, nationale Anstrengungen zum Wohle der Allgemeinheit zu bündeln, z. B. teure Zollschranken abzubauen oder eine gemeinsame Umweltpolitik einzuführen. Oder ist es nicht besser, sich auf die Entwicklung des eigenen Landes zu konzentrieren und die Nachbarn zu unterstützen, während man die von anderen geschaffenen globalen Probleme außer Acht lässt? Werden sie sich nicht mit uns anlegen, wenn wir so handeln?
Welche Rolle spielen Land und Territorien? Ist es ein schwindendes Gut, eine Last, wie noch vor Kurzem unter Politikwissenschaftlern angenommen wurde? Oder der größte nationale Schatz, vor allem angesichts der Umweltkrise, des Klimawandels, des wachsenden Defizits an Wasser und Nahrungsmitteln in einigen Regionen und des völligen Mangels in anderen?
Was sollen wir dann mit Hunderten von Millionen Pakistanern, Indern, Arabern und anderen tun, deren Land bald unbewohnbar sein könnte? Sollten wir sie jetzt einladen, so wie es die USA und Europa in den 1960er Jahren zu tun begannen, indem sie Migranten anlockten, um die Kosten für einheimische Arbeitskräfte zu senken und die Gewerkschaften zu untergraben? Oder sollten wir uns darauf vorbereiten, unsere Territorien gegen die Fremden zu verteidigen? In diesem Fall sollten wir alle Hoffnungen auf die Entwicklung der Demokratie aufgeben, wie die Erfahrungen Israels mit seiner arabischen Bevölkerung zeigen.
Würde die Entwicklung der Robotik, die sich derzeit in einem beklagenswerten Zustand befindet, dazu beitragen, den Mangel an Arbeitskräften auszugleichen und diese Gebiete wieder lebenswert zu machen? Welche Rolle spielen die einheimischen Russen in unserem Land, wenn man bedenkt, dass ihre Zahl unweigerlich weiter schrumpfen wird? Angesichts der Tatsache, dass die Russen von jeher ein offenes Volk sind, könnten die Aussichten optimistisch sein. Aber bis jetzt ist es unklar.
Ich könnte noch viel mehr sagen, vor allem, wenn es um die Wirtschaft geht. Diese Fragen müssen gestellt werden, und es ist wichtig, so schnell wie möglich Antworten zu finden, um zu wachsen und an der Spitze zu stehen. Russland braucht eine neue politische Ökonomie – frei von marxistischen und liberalen Dogmen, aber etwas mehr als den derzeitigen Pragmatismus, auf dem unsere Außenpolitik beruht. Sie muss einen zukunftsorientierten Idealismus beinhalten, eine neue russische Ideologie, die unsere Geschichte und philosophischen Traditionen einbezieht. Dies entspricht den Ideen des Wissenschaftlers Pawel Zigankow.
Ich glaube, dass dies das ultimative Ziel all unserer Forschung in den Bereichen Außenpolitik, Politikwissenschaft, Wirtschaft und Philosophie ist. Diese Aufgabe ist mehr als schwierig. Wir können nur dann weiterhin einen Beitrag zu unserer Gesellschaft und unserem Land leisten, wenn wir unsere alten Denkmuster durchbrechen. Aber um mit einer optimistischen Note zu enden, hier ein humorvoller Gedanke: Ist es nicht an der Zeit zu erkennen, dass der Gegenstand unserer Studien – Außenpolitik, Innenpolitik und Wirtschaft – das Ergebnis eines schöpferischen Prozesses ist, an dem Massen und Führungskräfte gleichermaßen beteiligt sind? Anzuerkennen, dass es sich in gewisser Weise um Kunst handelt? Sie entzieht sich weitgehend einer Erklärung und entspringt der Intuition und dem Talent. Und so sind wir wie Kunstexperten: Wir sprechen darüber, erkennen Trends und bringen den Künstlern – den Massen und den Führern – die Geschichte bei, die für sie nützlich ist. Allerdings verlieren wir uns oft im Theoretischen, entwickeln Ideen, die sich von der Realität entfernen, oder verzerren sie, indem wir uns auf einzelne Fragmente konzentrieren.
Manchmal schreiben wir tatsächlich Geschichte: Denken Sie an Jewgeni Primakow oder Henry Kissinger. Aber ich würde behaupten, dass es ihnen egal war, welche Ansätze der Kunstgeschichte sie vertraten. Sie stützten sich auf ihr Wissen, ihre persönlichen Erfahrungen, ihre moralischen Grundsätze und ihre Intuition. Mir gefällt der Gedanke, dass wir eine Art Kunstexperten sind, und ich glaube, dass dies die gewaltige Aufgabe, die Dogmen zu revidieren, ein wenig leichter machen kann.
Mehr zum Thema - Sergei Karaganow: Geht nicht um Ukraine – Russlands historische Lektion im Umgang mit der NATO
Seite 279 von 1327














