
Anti EU und Anti Nato-Linke in Frankreich bei Parlamentswahlen in Führung
Präsident Macron hat vielleicht die Präsidentschaftswahlen "gewonnen"
- wenn man medial gesteuerte Medien als fair und unabhängig betrachtet.
Die Mehrheit der Franzosen möchte aber die libertäre, asoziale und kriegsgeile EU Politik vom Macron und den Kriegskurs der Nato gegen Russland so nicht mehr mittragen - von den ca 50 % Wahlverweigerern gar nicht zu sprechen.
Deshalb liegt bei der Parlamentswahl nicht wie üblich die Partei des Präsidenten vorn und auch nicht die faschistische Le Pen Partei sondern das Linksbündnis aus Linkspopulisten, Grünen, Kommunisten und Marxisten, dass sich so ganz von dem gleichgeschalteten "Linksbündnis" in Deutschland unterscheidet, dass mit Scholz und Habeck eher eine asoziale Macron-Politik betreibt.
Selbst die französischen Sozialdemokraten, die sich dort Sozialisten nennen, gehen ein Bündnis mit dem Linkspopulisten und Volkstribun Melenchon und der Kommunistischen Partei Frankreichs ein, die eine klar anti-globalistische und konzernfeindliche Politik anstrebt, die sich auch gegen den US Imperialismus und die kriegerische Nato richtet.
Kommt es auch bei der Wahl nächste Woche zu einer Mehrheit gegen Macron so ist der französische Präsident mit seiner pro EU und pro Nato Politik faktisch entmachtet.
Linksallianz gleichauf mit Macron-Bündnis
Das Linksbündnis Nupes um Jean-Luc Mélenchon erhielt wie das Lager des Präsidenten rund 25 Prozent der Stimmen.
Rund sechs Wochen nach der Präsidentschaftswahl, die Amtsinhaber Emmanuel Macron eine zweite Amtszeit bescherte, ist am Sonntag der erste Durchgang der Parlamentswahlen in Frankreich über die Bühne gegangen.
Hochrechnungen nach Wahlschluss sahen das Lager des Präsidenten gleichauf mit beziehungsweise knapp hinter udn teilweise sogar knapp vor dem neuen linksradikal-grünen Bündnis Nupes um den Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon.
Dazu gehören neben Mélenchons Partei La France Insoumise auch die Sozialisten, die Grünen und die Kommunisten.
Das Linksbündnis lag demnach wie gesagt mit 25,6 bis 26,1 Prozent in manchen Umfragen sogar leicht vor dem zentristischen Lager des Präsidenten mit 25,2 bis 25,6 Prozent. Auf Platz drei landete das Rassemblement National (RN) von der Rechtspopulistin Marine Le Pen.
Absolute Mehrheit für Macron wackelt
Die Prozentwerte haben aber nur geringe Aussagekraft, weil die 577 Parlamentsmandate nach dem Mehrheitswahlrecht besetzt werden. Das heißt: Bei der ersten Wahlrunde ziehen nur jene Kandidaten fix ins Parlament ein, die auf Anhieb mehr als 50 Prozent der Stimmen in ihrem Wahlkreis erhalten haben. Wo das nicht der Fall ist, müssen sich die stimmreichsten Kandidaten eine Woche später einem zweiten Wahlgang stellen.
Prognosen gehen bei der zweiten Runde von einem Kopf an Kopf Rennen aus. Dem Institut Harris Interactive zufolge könnte das Macron-Bündnis nach der Stichwahl aber sogar etwa 260 bis 300 Mandate erreichen, die Linksallianz 150 bis 208 Mandate.
Das Institut Ipsos sieht für das zentristische Macron-Bündnis Ensemble! (Gemeinsam, Anm.) 255 bis 295 Mandate in Reichweite, das Institut Ifop sogar 275 bis 310 Mandate.
Damit könnte der Präsident eine zumindest relative Mehrheit wahren. Dafür sind insgesamt 289 Sitze nötig. Dafür wird es aber hoffentlich nicht reichen.

Doch auch wenn dies dem Macron-Bündnis im zweiten Durchgang gelingt, stehen dem Präsidenten schwierige Zeiten bevor. Schon jetzt bekommt er starken Gegenwind von den oppositionellen Kräften zu spüren.
Bisher drehte sich in diesem Wahlkampf alles um die Inflation: Mélenchon, der das Linksbündnis aus Sozialisten und Grünen sowie Kommunisten anführt, profitierte von der Verunsicherung vieler Bürger wegen der hohen Lebenshaltungskosten und steigenden Inflation .
Hälfte der Wahlberechtigten wählte nicht
Ebenfalls bemerkenswert: Instituten zufolge betrug die Wahlbeteiligung am Sonntag nur etwa 47,7 Prozent – um 1,5 Prozent weniger als 2017. Die amtierende Premierministerin Élisabeth Borne sagte angesichts dessen: "Unsere erste gemeinsame Aufgabe ist es, das Fernbleiben zurückzudrängen".
Nichtwähler rief sie dazu auf, in der zweiten Runde am kommenden Sonntag ihre Stimme abzugeben. Das macht die Linke aber auch.
In den ersten Ergebnissen sah sie dennoch auch einen klaren Erfolg: "Wir sind die einzige politische Kraft, die in der Lage ist, eine Mehrheit in der Nationalversammlung zu bekommen". Die Premierministerin warnte zudem indirekt vor einem weiteren Erstarken der Linken. "Wir können das Risiko von Instabilität nicht eingehen." Sie und das Mitte-Bündnis hingegen stünden für Kohärenz und würden im Kampf gegen die Extreme nichts unversucht lassen.
Aber auch Mélenchon wertete die Teilergebnisse als Sieg. "Die Wahrheit ist, dass die Präsidentschaftspartei in der ersten Runde geschlagen und besiegt ist", sagte er am Sonntagabend in Paris. Spitzenvertreter der Linksallianz wiesen darauf hin, dass das Rennen um die Mehrheit weiterhin offen sei.
"Angesichts dieses Ergebnisses und der außerordentlichen Gelegenheit, die sie für unsere persönlichen Leben und die Zukunft der gemeinsamen Heimat darstellt, rufe ich unser Volk auf, nächsten Sonntag auszuströmen, um natürlich die verhängnisvollen Vorhaben der Mehrheit von Herrn Macron definitiv zurückzuweisen", sagte Mélenchon mit Blick auf die Stichwahlen in einer Woche. (Flora Mory. 12.6.2022)
Kriegskanzler Scholz hat 350 Millionen €uro für Waffen für die Ukraine verpulvert
Linken Anfrage bringt Geldvernichtungsorgie des Scholz Regimes zu Tage
Lieferung deutscher Rüstungsgüter für über 350 Millionen Euro an Kiew genehmigt

Wie aus einer Antwort des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sevim Dağdelen hervorgeht, hat die Bundesregierung seit Beginn der russischen Militäroperation in der Ukraine die Lieferung von Waffen und anderen Rüstungsgütern im Wert von 350,1 Millionen Euro an Kiew genehmigt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur dpa mit Verweis darauf, dass ihr das Schreiben vorlag.

So heißt es im dpa-Bericht weiter, dass Berlin vom ersten Kriegstag, dem 24. Februar, bis zum 1. Juni grünes Licht für die Lieferung von Kriegswaffen für 219,8 Millionen Euro und sonstige Rüstungsgüter wie Helme und Schutzwesten für 85,2 Millionen Euro gegeben hat. Hinzu kommen Waffen und Ausrüstung der Bundeswehr für 45,1 Millionen Euro, die ab dem 1. April in einem vereinfachten Verfahren genehmigt wurden. Hierfür gibt es keine Aufschlüsselung in Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter.
Wie die Nachrichtenagentur weiter berichtet, habe der Staatssekretär Udo Philipp in dem Schreiben an Dağdelen darauf hingewiesen, dass es sich größtenteils um gebrauchtes Material der Bundeswehr handele und dessen "Zeitwert" berechnet worden sei – nicht der teils deutlich höhere Neuwert.
Seit dem Entschluss in Berlin Ende Februar, Waffen in das Kriegsgebiet zu liefern, sind laut dpa bislang Panzerfäuste, Flugabwehrraketen, Splittergranaten und mehr als 20 Millionen Schuss Munition in der Ukraine angekommen. Schwere Waffen wie Artilleriegeschütze und Flugabwehrpanzer wurden zwar zugesagt, aber noch nicht geliefert.
Die Linken-Politikerin Dağdelen forderte stärkere diplomatische Bemühungen statt Waffenlieferungen. So sagte sie der dpa:
"Statt Kiew weiter für eine sinnlose Verlängerung des Krieges aufzurüsten und die Illusion von einem Siegfrieden über Russland zu nähren, sind konkrete diplomatische Initiativen für eine Verhandlungslösung mit Sicherheitsgarantien für alle Seiten gefordert."
Derweil kamen aus Kiew neue konkrete Waffen-Forderungen an die westlichen Staaten, die demnach benötigt würden, um "den Krieg zu beenden". Michail Podoljak, Berater des ukrainischen Präsidenten, schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter:
"1.000 Haubitzen vom Kaliber 155 Millimeter, 300 Mehrfachraketenwerfersysteme, 500 Panzer, 2.000 gepanzerte Fahrzeuge, 1.000 Drohnen."
Es ist Bidens Ukrainekrieg
Schon als Vizepräsident von Obama leitete Biden 2014 den anti-russischen Putsch mit Nazis in der Ukraine ein
Entgegen der gleichgeschalteten Mainstreammedien im Westen ist es nicht Putins Krieg - es ist Bidens Ukrainekrieg
Schon die Installierung seines Sohnes Hunter Biden als Top Manager beim grössten Gaskonzern der Ukraine namens Burisma war eine direkte Folge des USA gesteuerten Maidan-Putsches in Kiew.
Anders als in Lybien, Syrien oder Irak, wo man auf Dschihadisten setzte, betrieb die US Regierung Obama den Umsturz in der Ukraine und den gewollten Regimechange mit Hilfe von Faschisten und Transatlantikern, die von 2014 bis 2022 dann auch an der Macht einen Genozid an Russen in der Ost-Ukraine betrieben haben, der schon seit Jahren für Russland unzumutbar war.
Zudem gingen dem Ukrainekrieg 25 Jahre Osterweiterung der Nato seit 1997 voraus.
Ebenso der Kosovokrieg der USA, der EU und der Nato 1998 , der jene neue Weltordnung und ein neues de facto Völkerrecht schuf, dass diese Intervention erst möglich machte - die zudem auf Anforderung der Republiken im Donbass und auf Antrag der russischen linken Opposition im Parlament geschah.
Und jetzt eskaliert das Biden Regime mit der Lieferung schwerer Waffen, den selbst herbeigeführten Ukrainekrieg weiter.
US-Präsident Joe Biden hat der Übergabe von mindestens vier M142-HIMARS-Raketensysteme (High Mobility Artillery Rocket Systems) an die Ukraine zugestimmt. In seinem in der New York Times veröffentlichten Gastkommentar erklärte Biden, dass "die Vereinigten Staaten umgehend gehandelt haben, um der Ukraine eine beträchtliche Menge an Waffen und Munition zu liefern, damit sie auf dem Schlachtfeld kämpfen und in die bestmögliche Position am Verhandlungstisch kommen. Deshalb habe ich beschlossen, dass wir die Ukrainer mit modernen Raketensystemen und Munition ausstatten, die es ihnen ermöglichen, wichtige Ziele auf dem Schlachtfeld in der Ukraine präziser zu treffen."
Als Teil eines 700 Millionen Dollar schweren Pakets der Militärhilfe, das aus den acht Milliarden Dollar stammt, die vom US-Kongress für Lieferungen aus bestehenden US-Militärbeständen genehmigt wurden, werden mindestens vier HIMARS-Systeme an Kiew geliefert. Konfiguriert für den Einsatz in der Ukraine, wird ein M142-HIMARS-Raketensystem in der Lage sein, eine Batterie abzufeuern, die aus sechs GPS-gesteuerten Artillerieraketen vom Kaliber 227 Millimeter besteht, jeweils mit einer Reichweite von 70 Kilometern. Bekannt wurde zudem auch, dass die Regierung Biden die Ukraine nicht mit der moderneren Kurzstreckenrakete ATACMS beliefern wird, die eine Reichweite von 300 Kilometer erreichen.
Bevor sie in die Ukraine verschickt werden, bekommen ukrainische Soldaten eine Schulung in der Bedienung des HIMARS-Systems. Die geschätzte Schulungszeit beträgt laut Pentagon drei Wochen. Bereits zuvor wurden ukrainische Soldaten auf dem Truppenübungsplatz der US-Armee im deutschen Grafenwöhr am US-Artilleriesystemen vom Typ M777A2 vom Kaliber 155 Millimeter ausgebildet.
Vor der Bekanntgabe der Entscheidung über die Lieferung des HIMARS-Systems hatte es noch den Anschein, dass Präsident Biden zögerte, diese modernen Artillerieraketen in die Ukraine zu senden. "Wir werden keine Raketensysteme in die Ukraine schicken, die russischen Boden angreifen können", hatte er noch am 30. Mai als Antwort auf eine diesbezügliche Frage eines Journalisten angekündigt. Aber scheinbar hatte Biden damit die ATACMS-Rakete gemeint. Am nächsten Tag präzisierte er seine Position in seinem Gastkommentar in der New York Times. "Wir ermutigen oder ermöglichen der Ukraine nicht, über ihre Landesgrenzen hinaus zu schießen."
Tatsache ist, dass das HIMARS-System, wenn es nahe der russischen Grenze eingesetzt würde, der Ukraine die Möglichkeit gäbe, nahe gelegene russische Städte anzugreifen, so zum Beispiel das strategische Logistikzentrum in Belgorod. Biden verlässt sich bei seiner offensichtlichen Kehrtwende zudem zu einem großen Teil auf Garantien aus Kiew.
"Die Ukrainer haben uns versichert, dass sie diese Systeme nicht gegen Ziele auf russischem Territorium einsetzen werden",
hatte Außenminister Antony Blinken einen Tag nach der Veröffentlichung von Bidens Gastkommentar erklärt.
"Es besteht ein starkes Vertrauensverhältnis zwischen der Ukraine und den Vereinigten Staaten."
Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, verurteilte die Entscheidung der US-Regierung im Zusammenhang mit der HIMARS als "vorsätzliches und sorgfältiges Gießen von Öl ins Feuer" und spottete gleichzeitig über die ukrainischen Zusicherungen bezüglich des zukünftigen Einsatzes dieses Waffensystems. "Um jemandem vertrauen zu können, muss man Erfahrung mit Situationen haben, in denen solche Versprechen eingehalten wurden", sagte Peskow. "Leider gibt es keinerlei derartige Erfahrungen."
Laut Präsident Biden war seine Entscheidung, die Ukraine mit modernen Waffen im Wert von Milliarden von Dollar zu bewaffnen, durch strategische Überlegungen motiviert:
"Das Ziel der Vereinigten Staaten von Amerika ist klar: Wir wollen eine demokratische, unabhängige, souveräne und wohlhabende Ukraine mit allen Mitteln ausstatten, damit sie weitere Aggressionen abschrecken und sich dagegen verteidigen kann."
In Anbetracht der schwierigen Situation, in der sich die Ukraine militärisch befindet, scheint Biden den Druck zu verstehen, der auf Kiew ausgeübt wird, um ein Ende der Kämpfe auszuhandeln. "Ich werde die ukrainische Regierung nicht unter Druck setzen territoriale Zugeständnisse zu machen. Es wäre falsch und widerspräche allgemein anerkannten Grundsätzen", erklärte Biden.
Biden bezog sich dabei ausdrücklich auf die Tatsache, dass jede potenzielle Vereinbarung mit Russland über die Einstellung der Kämpfe beinhalten würde, zumindest die Krim als russisch und die Donbass-Republiken als unabhängig anzuerkennen, und dass man die Wahrscheinlichkeit zur Kenntnis nehmen müsste, dass Cherson und andere mehrheitlich russische Gebiete, die derzeit unter Moskaus Kontrolle stehen, sehr wahrscheinlich Referenden darüber abhalten werden, ob sie in Zukunft Teil der Ukraine bleiben wollen.
Bidens Haltung widerspricht der historischen und praktischen Realität. Russland wird die Krim niemals aufgeben. Auch wird Russland nie zulassen, dass die neuen unabhängigen Republiken Lugansk und Donezk ihre hart erkämpfte Freiheit von der Ukraine rückgängig machen. Alle anderen Fragen des territorialen Status hängen direkt mit der Realität auf dem Schlachtfeld zusammen, und alles deutet darauf hin, dass die Ukraine nicht nur nicht in der Lage sein wird, Russlands territoriale Gewinne rückgängig zu machen, sondern höchstwahrscheinlich in den kommenden Wochen weitere Territorien verlieren wird, während die Kämpfe ungehindert weitergehen.
Indem Biden der Ukraine moderne Waffen liefert, versucht er, das Unmögliche zu erreichen – einen ukrainischen Sieg am Verhandlungstisch. Dies spiegelt sich in seiner fantasievollen Schilderung des aktuellen Verhandlungsstandes zwischen der Ukraine und Russland wider.
"Die Gespräche der Ukraine mit Russland sind nicht ins Stocken geraten, weil die Ukraine der Diplomatie den Rücken gekehrt hat", sagte Biden. "Sie sind ins Stocken geraten, weil Russland weiterhin Krieg führt, um die Kontrolle über so viel ukrainisches Territorium wie möglich zu übernehmen. Die Vereinigten Staaten werden weiterhin daran arbeiten, die Ukraine zu stärken, und ihre Bemühungen unterstützen, eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden."
Bidens Worte sind – ebenso wie die US-Politik, die sie beschreiben – von Natur aus widersprüchlich und riechen nach Heuchelei. Nachdem er erklärt hat, dass "wir den Krieg nicht verlängern wollen, nur um Russland Schaden zuzufügen", fährt Biden fort, genau das zu fordern. "Es liegt in unserem vitalen nationalen Interesse, für ein friedliches und stabiles Europa zu sorgen und deutlich zu machen, dass Stärke nicht Recht bedeutet. Wenn Russland keinen hohen Preis für sein Handeln zahlt, wird dies anderen potenziellen Aggressoren die Botschaft senden, dass auch sie Territorium erobern und fremde Länder unterjochen können."
Der derzeit tobende russisch-ukrainische Konflikt hätte nie ausgetragen werden dürfen und hätte, nachdem er begonnen wurde, unverzüglich zu seinem Ende gebracht werden können. Die Schuld sowohl für den Konflikt als auch dafür, dass er bis heute andauert, liegt nicht, wie Biden suggeriert, bei Russland.
Eine schnelle Lektion in Geschichte: Die russische militärische Sonderoperation ist ein direktes Ergebnis der anhaltenden Bemühungen der USA, die NATO-Erweiterung, einschließlich der angestrebten Eingliederung der Ukraine, als Mittel zu nutzen, um Russland zu schwächen und gleichzeitig die Führung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu untergraben, sodass er durch einen modernen Klon von Boris Jelzin ersetzt werden kann – ein russisches "Staatsoberhaupt" dem Namen nach, der das Land erneut einem gierigen Westen zu Füßen legen würde.
Die 1990er-Jahre waren gut für diejenigen im Westen gewesen, die versucht hatten, die Russen für die angeblichen Sünden der Sowjetunion im Kalten Krieg zu bestrafen. Aber es war eine schreckliche Zeit für das russische Volk gewesen. Weder Präsident Putin noch die breitere Gesellschaft scheinen bereit zu sein, den USA und der NATO zu erlauben, den Lauf der Zeit umzukehren und diese Ära der Dunkelheit neu zu beleben. Jeder Student der modernen russischen Geschichte weiß das. Leider werden westliche Staaten nicht von russischen Historikern gelenkt, sondern von russophoben Propagandisten, und das Ergebnis ist der Konflikt in der Ukraine.
Die militärische Sonderoperation wurde jedoch nicht durch die NATO-Erweiterung ausgelöst, sondern vielmehr durch die von der NATO geförderten Politik gegenüber der Ukraine, durch die eine ethnisch russische Bevölkerung im Donbass einem achtjährigen Schrecken und ethnisch motiviertem Hass ausgesetzt wurde, zugefügt durch die abscheulichste Ideologie, die man sich vorstellen kann – den Neonazi-Extremismus der ukrainischen extremen Rechten, verkörpert vom Asow-Regiment und anderen Organisationen gleicher Gesinnung.
Und all das trotz der Existenz eines ausgehandelten Rahmenabkommens für einen Waffenstillstand, das Minsker Abkommen von 2015, das als Teil des Mechanismus des Normandie-Formats auch Frankreich, Deutschland und die Ukraine mit einbezog und mit Russland als Beobachter.
Die USA und ihre NATO-Verbündeten – einschließlich Frankreich und Deutschland – haben es nicht nur versäumt, die jeweiligen ukrainischen Präsidialverwaltungen unter Druck zu setzen, ihre Verpflichtungen aus dem Abkommen zu erfüllen, sondern man konspirierte aktiv gegen jeden Prozess, der zu einer friedlichen Beilegung des Donbass-Konflikts geführt hätte, was nicht nur das Sterben von Zivilisten beendet, sondern auch sichergestellt hätte, dass der Donbass ein integraler Bestandteil der ukrainischen Nation geblieben wäre. Das Ergebnis war ein achtjähriger Konflikt, bei dem über 14.000 Menschen getötet wurden, die meisten davon ethnische Russen.
Die Militäroperation Russlands wurde mit dem Ziel eingeleitet, den Konflikt im Donbass und das Leiden der lokalen Bevölkerung, sowohl der Ukrainer als auch der Russen, zu beenden. Dass es so lange gedauert hat, ist das direkte Ergebnis von Fehlkalkulationen des russischen Militärs in den Anfangsphasen der Operation, der unerwarteten Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit der ukrainischen Streitkräfte und der Tatsache, dass die Ukrainer acht Jahre Zeit hatten, entlang der Konfliktlinie im Donbass einige der komplexesten Verteidigungsstellungen der modernen Geschichte anzulegen.
Letztendlich führt jedoch die Entschlossenheit Russlands, die Mission zu Ende zu bringen, zusammen mit der Professionalität und Kompetenz seiner Streitkräfte, zu genau dem Siegeszug, der sich heute vor Ort in der Ostukraine entwickelt und den Biden durch die Bereitstellung moderner Waffensysteme stoppen will.
Eine wichtige Tatsache, die im laufenden militärischen Konflikt nicht übersehen werden darf, ist, dass das ukrainische Militär seit einiger Zeit de facto als verlängerter Arm der NATO auftritt. Seit 2015 bilden die USA und ihre NATO-Verbündeten ukrainische Offiziere und Soldaten in Bezug auf Organisation, Taktik, Kommunikation und Führung nach NATO-Standards aus. Während der größte Teil des Vorkriegsinventars des ukrainischen Militärs aus Ausrüstung aus der Sowjetzeit bestand, war ein Großteil davon so aufgerüstet worden, dass es die Kampfkraft der meisten NATO-Mitglieder erreichte oder sogar übertraf. Kurz gesagt, wenn die Ukraine ein formelles Mitglied der NATO gewesen wäre, dann hätte sie nach den Vereinigten Staaten und der Türkei das drittgrößte Militär der Organisation gestellt, mit größeren Fähigkeiten und Kompetenzen als die meisten anderen NATO-Mitglieder.
In den Jahren vor Russlands Militäroperation war die Ukraine mit Hunderten Millionen Dollar an moderner militärischer Ausrüstung versorgt worden, darunter Panzerabwehrwaffen vom Typ Javelin. Aber trotz dieser Waffen und des ukrainischen Militärs konnten die Russen nicht besiegt werden. Tatsächlich hat Russland am Ende der ersten Phase der Operation dem ukrainischen Militär erheblichen Schaden zugefügt, was einen russischen Sieg in Phase zwei – der Befreiung des Donbass – so gut wie unvermeidlich macht. Die Bereitstellung von Militärhilfe in Höhe von mehreren zehn Milliarden Dollar durch die USA, die NATO und die Europäische Union war nicht in der Lage, diesen Trend umzukehren.
Was diese Waffenlieferungen jedoch ermöglicht haben, in Kombination mit der Bereitstellung von Gefechtsinformationen in Echtzeit über Stellungen der russischen Streitkräfte und einer unantastbaren strategischen Tiefe in Form von Militärbasen in Deutschland, Polen und anderen NATO-Staaten, von wo aus die Ukraine Ausbildung und Ausrüstung erhält, ist, dass die Ukraine einige der militärischen Formationen wiederaufbauen konnte, die Russland während Phase eins vernichtet oder dezimiert hatte. Und einige dieser Formationen werden mit HIMARS ausgestattet.
Der "HIMARS-Effekt" wird keine nennenswerten Auswirkungen auf dem Schlachtfeld in der Ukraine haben – die militärische Überlegenheit Russlands ist auf ganzer Linie gesichert, unabhängig von der Anzahl und der Qualität der Waffen, die von den USA und ihren Verbündeten geliefert werden. Laut Präsident Biden ist das Ziel der USA in der Ukraine jedoch, Russland für sein Vorgehen einen hohen Preis zahlen zu lassen. HIMARS wird, wenn es eingesetzt wird, unweigerlich russische Soldaten töten und verwunden sowie russische Militärausrüstung beschädigen und zerstören. Dasselbe gilt für alle schweren Waffen, die der Ukraine vom Westen zur Verfügung gestellt wurden.
Russland zahlt in der Tat einen hohen Preis in der Ukraine, nicht wegen eines aggressiven Akts der territorialen Eroberung durch das russische Militär, sondern als direkte Folge der Politik, die sowohl von der NATO als auch von der Ukraine verfolgt wird, um die legitime nationale Sicherheit Russlands sowie die Interessen der russischen Nation und das Leben der ethnischen russischen Bevölkerung des Donbass und anderer ostukrainischer Gebiete zu bedrohen.
Alles, was HIMARS zu diesem Prozess beiträgt, ist eine zunehmende Zahl an Opfern, ohne dass sich das Endergebnis ändern wird. Insofern verkörpert der "HIMARS-Effekt" perfekt Bidens Ukraine-Politik als Ganzes, mit der er bereit ist, das Leben und die Überlebensfähigkeit des ukrainischen Volkes und der ukrainischen Nation zu opfern, um Russland Schaden zuzufügen, ohne jedoch eine Hoffnung zu haben, den Ausgang der Ereignisse vor Ort zu ändern.
Es ist eine Politik des Todes, schlicht und einfach. Und als solche verkörpert sie genau die Rolle, die die USA heute in der Welt spielen.
Passagen von Ritter übersetzt aus dem Englischen. Scott Ritter ist ein ehemaliger Geheimdienstoffizier des US Marine Corps. Er diente in der Sowjetunion als Inspektor bei der Umsetzung des INF-Vertrags, im Stab von General Schwarzkopf während des Golfkriegs und von 1991 bis 1998 als UN-Waffeninspektor. Man kann ihm auf Telegram folgen.
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US Thinktank " Heritage" distanziert sich von dummer Ukraine-Politik der USA- Regierung
Die US-Kriegs-Falken mögen die Ukraine nicht mehr

Am Vorabend der Abstimmung im US-Repräsentantenhaus über ein militärisches Hilfspaket für die Ukraine erklärte die leitende Direktorin der US-Denkfabrik Heritage Action (einer Schwesterorganisation der Heritage Foundation) Jessica Anderson:
"Das vorgeschlagene Hilfspaket für die Ukraine nimmt das Geld für die dringendsten Bedürfnisse des amerikanischen Volkes weg und schickt leichtfertig unsere Steuergelder an einen unverantwortlichen ausländischen Staat."
Daran erinnernd, dass der Kongress gerade vor zwei Monaten ein 13-Milliarden-Dollar-Hilfspaket gebilligt hatte, bemerkte die Heritage Action, dass "das Hilfspaket für die Ukraine Amerika an die letzte Stelle stellt", und spielte damit auf den Kontrast zum Slogan "America First" an.
Ungeachtet der Tatsache, dass das 40-Milliarden-Dollar-Militärhilfepaket für die Ukraine dennoch vom US-Kongress gebilligt wurde, zeugt die kritische Haltung der Heritage Action – von führenden Neokonservativen mit einer weitreichenden Vergangenheit als US-Falken – von einem sich abzeichnenden Wandel in der Haltung der US-Eliten gegenüber den Ereignissen in der Ukraine.
Seinerzeit hatte die Heritage Foundation den Überfall auf den Irak durch die USA und deren Verbündete unterstützt und seither ihren Standpunkt nie geändert, obwohl im Irak niemals Massenvernichtungswaffen gefunden worden waren.
Auch war die Heritage Action ein ständiger Befürworter der US-Truppenpräsenz in Afghanistan und prägte Berichte mit Schlagzeilen wie "Afghan Review Shows Troop Increase Is Working" und "Maintain the Momentum in Afghanistan".
Doch die neokonservativen Heritage-Leute haben eine ganz andere Einstellung zur Militärhilfe für die Ukraine. "Die Zustimmung des Kongresses zu einem überzogenen und übereilten Hilfspaket für die Ukraine in der vergangenen Woche hat gezeigt, wie weit unsere Politiker von ihren Bürgern und unseren Problemen entfernt sind", sagte Kevin Roberts, Präsident der Heritage Foundation, der New York Times. Diese pragmatische Haltung der Heritage Foundation ist Ausdruck eines tiefgreifenden Stimmungswandels bei den US-Eliten. Thomas Graham, einer der führenden US-Experten für Russland und Vizepräsident von Kissinger Associates, hat bereits eine ganze Reihe von Artikeln verfasst, in denen er zu einem Kompromiss mit Russland und zur Beachtung von dessen Interessen aufruft. Graham hält eine diplomatische Lösung des Ukraine-Konflikts auch nach Beginn der Sonderoperation Z für möglich.
Im Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur RBC erinnerte Graham daran, dass seine Kollegen und er bereits vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten in der Ukraine eine Formel vorgeschlagen hatten, mit der "die Sicherheitsbedürfnisse Russlands, der Ukraine, der NATO-Länder und der Vereinigten Staaten erfüllt werden könnten". Unter anderem wurden ein Moratorium für die NATO-Erweiterung über einen längeren Zeitraum, die Initiierung einer Reihe ernsthafter Verhandlungen zur Lösung festgefahrener Konflikte in Europa und die Modernisierung des Helsinki-Abkommens von 1975 vorgeschlagen.
Graham zufolge hätte das mehrere Jahre dauern können, bis eine Einigung erzielt worden wäre. "Immerhin konnten die UdSSR und der Westen während des Kalten Krieges 1975 die Helsinki-Vereinbarungen aushandeln, und das dauerte drei Jahre. Ich verstehe nicht, warum wir jetzt diese Erfahrung nicht wiederholen können", betonte er und wies darauf hin, dass solche Verhandlungen nach dem Beginn der Militäroperation "viel härter sein könnten, weil das Vertrauen zwischen den westlichen Hauptstädten und Moskau zerstört ist". Graham ist keineswegs ein Freund Russlands. Ende der 1980er Jahre schrieb er den Artikel "Eine Welt ohne Russland", in dem er die Machtergreifung eines harten und pragmatischen Führers in der Russischen Föderation vorhersagte, der versuchen werde, seinem Land den Status einer Großmacht wiederzugeben, dessen Pläne jedoch scheitern, wodurch das Land in die Reihen der Dritten Welt abrutschen und möglicherweise zerfallen werde. "Wir sollten ernsthaft und systematisch über die Möglichkeit einer Welt ohne Russland nachdenken", resümierte er damals.
Grahams Vorhersage über den Zerfall Russlands hat sich nicht bewahrheitet, was jedoch nicht der Grund dafür ist, dass seine Kollegen von der Denkfabrik und er aufgehört haben, "ernsthaft und systematisch über die Möglichkeit einer Welt ohne Russland nachzudenken". Sie schlagen lediglich einen anderen Weg vor, um dieses Ziel zu erreichen, nämlich ein Ende der Offensive der russischen Streitkräfte in der Ukraine zu erzielen und unser Land in einen Sumpf langwieriger diplomatischer Verhandlungen zu zerren, in deren Verlauf die ukrainischen Streitkräfte die Möglichkeit haben werden, ihre Kampffähigkeit wiederherzustellen und auszubauen.
Henry Kissinger, der aktuelle Chef Grahams, hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos genau diese Sicht der Dinge dargelegt. Er sagte, der anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine könnte die Welt zum Nachteil der westlichen Länder verändern. "Die Parteien müssen innerhalb der nächsten zwei Monate zu Friedensgesprächen herangezogen werden. Ansonsten werden wir mit einer Situation konfrontiert, in der Russland seine Beziehungen zu Europa vollständig abbrechen und anderswo ein dauerhaftes Bündnis suchen könnte. Das würde uns um Jahrzehnte zurückwerfen. Wir sind dazu verpflichtet, einen langfristigen Frieden anzustreben", erklärte der Veteran der US-Diplomatie.
Den Worten Kissingers zufolge sollte der Westen aufhören zu versuchen, "den russischen Streitkräften in der Ukraine eine vernichtende Niederlage" beizubringen, weil dies katastrophale Folgen für die langfristige Stabilität des europäischen Kontinents hätte. Besonders erwähnte er, dass Russland seit über 400 Jahren ein integraler Bestandteil Europas und ein Garant für das europäische Gleichgewicht der Kräfte sei. Deswegen sollte Russland nicht "in ein dauerhaftes Bündnis mit China gedrängt werden". Bemerkenswert ist, dass Kissinger und sein Stellvertreter kein Wort über die Notwendigkeit der Entnazifizierung und Entmilitarisierung der Ukraine sagten. Ohne Lösung dieses Problems wird es aber keinen Frieden in Europa geben.
Der Standpunkt Kissingers und seines Teams ist derzeit kein allgemeiner Konsens im kollektiven Westen. Doch in der westlichen Presse häufen sich die "Angriffe" auf das Kiewer Regime. So schrieb beispielsweise die Washington Post in einem Leitartikel, dass die ukrainische Russophobie kein gutes Ende nehmen werde. "Literarischer Nationalismus, wie andere Formen kultureller Zensur, erzeugt historische Ignoranz, unterdrückt kritisches Denken und behindert die internationale Verständigung", heißt es in der Zeitung, die das Sprachrohr der liberalen USA ist. In dem Leitartikel werden "Versuche von [ukrainischen] Ultranationalisten, Alexander Puschkin aus dem historischen Gedächtnis und dem kulturellen Leben der Ukraine zu löschen", verurteilt. Je erfolgreicher sich die Offensive Russlands und der verbündeten Donbass-Republiken in der Ukraine entwickelt, desto lauter werden die Stimmen kluger Analysten in der westlichen Welt zu hören sein, die zu Kompromissen und Verhandlungen mit Russland aufrufen.
Sollten wir nur einen Moment lang vergessen, dass der Westen grundsätzlich und eindeutig unkooperativ ist und alle Vereinbarungen selbst mit seinen Verbündeten aufkündigt – zu denen Russland nicht gehört –, sobald diese Vereinbarungen lästig werden, dann werden wir in die Falle tappen, dann ließen wir uns von fortschrittlichen westlichen Analysten wie Graham täuschen, die niemals aufhören werden, "ernsthaft und systematisch über eine Welt ohne Russland nachzudenken".
Einige Passagen übersetzt aus dem Russischen
Wladimir Prochwatilow ist Präsident der Akademie für Realpolitik und Senior Researcher an der Akademie der Militärwissenschaften.
Mehr zum Thema - Kissingers Angebot an die Ukraine: Der Westen ist außer Atem – und stellt Russland noch eine Falle
Kriegspropaganda: Russische Vergewaltigungen frei erfunden
Um das Bild der faschistischen Ukraine zu relativieren versucht man Russen Kriegsverbrechen anzudichten
Damit der kollektive Westen nicht als eiseitiger Unterstützer einer faschistischen Putsch-Regierung in der Ukraine erscheint und geoutet werden kann, versucht man Russland in der Ukraine Kriegsverbrechen anzudichten.
Auch wenn die Lüge von den angeblichen Kriegsverbrechen der Russen in Butscha längst als Lüge und als Massaker von ukrainischen Faschisten überführt wurde ( was ukrainische Medien zum Tatzeitpunkt übrigens selber zugaben ) , geht die ukrainische Kriegspropaganda weiter mit Kriegslügen vor, die von gleichgeschalteten westlichen Medien oft ungeprüft 1 zu 1 wieder gegeben werden.
So machten die Fake News über angebliche Vergewaltigungen von Frauen durch russische Soldaten in Stile der Göbbelschen Nazi-Propaganda gegen die ehemalige Sowjetunion die Runde. Aber wer lancierte diese Falschmeldungen ?
Wie deutsche Medien auf ukrainische Propaganda-Lügen über russische Vergewaltigungen hereinfallen

Gewiss können in jedem Krieg Soldaten Verbrechen an der Zivilbevölkerung begehen, und russische Militärangehörige dürften hier keine Ausnahme darstellen. Doch der Umgang mit Gruselgeschichten ukrainischer Offizieller deutet viel eher darauf hin, dass zumindest ein Großteil dieser "Storys" ein Lügenkonstrukt ist, um die russische Armee in den Augen der westlichen Bürger zu dämonisieren.
So hat die ehemalige ukrainische Ombudsfrau für Menschenrechte Ljudmila Denisowa, die in der vergangenen Woche wohl mit Blick auf ihre zahlreichen unbewiesenen Horrorgeschichten vom ukrainischen Parlament Werchowna Rada abgewählt wurde, in einem Interview mit einer ukrainischen Nachrichtenplattform eingeräumt, dass ihre Erzählungen über "brutale Vergewaltigungen" seitens russischer Soldaten erfunden sein könnten.
Sie rechtfertigte sich damit, dass sie bei einem Auftritt im italienischen Parlament gespürt habe, dass die Europäer der Ukraine überdrüssig geworden seien. Um das Interesse wieder anzuheizen, habe sie dann begonnen, die angeblichen Sexualverbrechen der russischen Armee mit grausamen Details zu "schmücken". Damit habe sie erreichen wollen, dass Italien und andere europäische Länder Entscheidungen treffen, die die Ukraine und das ukrainische Volk ihrer Meinung nach benötigten.
So nannte sie die EU-skeptische Partei "Fünf Sterne" als Beispiel. Diese Partei sei gegen Waffenlieferungen an die Ukraine gewesen, aber nach ihrem Auftritt habe einer der Parteichefs ihr Waffenhilfe zugesichert. Die geschasste Menschenrechtsbeauftragte sagte:
"Vielleicht habe ich übertrieben. Aber ich habe versucht, das Ziel zu erreichen, die Welt davon zu überzeugen, Waffen zu liefern und damit Druck auf Russland auszuüben."
Das Interview war jedoch kein Lügengeständnis. Denisowa besteht weiterhin auf der Behauptung, dass sexuelle Gewalt "systematisch" angewandt werde. Sie halte es jedoch nicht für ihre Aufgabe, dies zu beweisen oder die Fälle zu dokumentieren. "Dafür gibt es die Staatsanwaltschaft", sagte Denisowa im Interview. Sie erklärte, dass viele Opfer bereits ins Ausland geflohen seien oder Angst hätten, mit den Behörden über ihre Traumata zu sprechen.
Entlarvend könnte für Denisowa auch ein weiteres Detail sein. Bei ihren Schilderungen hat sie immer wieder auf die Psychologin Alexandra Kwitko verwiesen, die über eine Hotline die Beschwerden von geschädigten Opfern entgegengenommen und an die Ombudsfrau weitergeleitet habe. Oft wurde Kwitko auch direkt von westlichen Medien wie dem US-Sender Radio Liberty zitiert. So nannte sie die Russen in einem Interview "grausame Raschisten", die es vor allem auf junge Mädchen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren als Sexualopfer abgesehen hätten. Sie erzählte von einem 14-jährigen Mädchen, das von einem "Okkupanten" schwanger geworden sei und ihr Kind behalten wolle. Insgesamt seien zwölf ungewollte Schwangerschaften (Stand 25. April) bekannt.
Aus ukrainischen Medien ist jedoch bekannt, dass Alexandra Kwitko die jüngste Tochter der Ex-Ombudsfrau ist, der ihre Beteiligungen an diversen Firmen auf der russischen Halbinsel Krim seinerzeit Skandale einbrachten. Ende der 1990er Jahre war die gebürtige Russin Denisowa Wirtschaftsministerin der Autonomen Republik Krim. Später machte die heute 61-Jährige Karriere in der nationalistischen Vaterlandspartei von Julia Timoschenko. Bei ihr entwickelte sich die Produktion von Propaganda-Lügen offenbar zu einer Art Familienunternehmen.
Die schnelle Absetzung der Ex-Ombudsfrau durch das ukrainische Parlament brachte ein offener Brief von ukrainischen Medienschaffenden, Anwälten und Menschenrechtlern ins Rollen, der am 25. Mai veröffentlicht wurde. Die Verfasser der Beschwerde äußerten sich besorgt über die Rhetorik der Ombudsfrau in ihren Beiträgen in den sozialen Medien über Sexualverbrechen während des Krieges. Darin schreiben sie:
"Zum Beispiel: 'Ein Mädchen im Alter von 6 Monaten wurde von den Russen mit einem Teelöffel vergewaltigt', 'zwei von ihnen vergewaltigten Babys oral und anal' und 'eine neun Monate alte Tochter wurde mit einer Kerze vergewaltigt'."
Sie betonten, dass die Ombudsfrau für Menschenrechte als offizielle Person nur geprüfte Informationen an die Medien weitergeben dürfe.
Zu diesem Zeitpunkt haben die Horrorgeschichten über die russischen Vergewaltiger allerdings längst eine Eigendynamik entwickelt. Allein im Mai erschienen in den deutschen Leitmedien dutzende Beiträge mit Verweisen auf Denisowa. So schrieb am 4. Mai das RedaktionsNetzwerk Deutschland mit Verweis auf den Spiegel, dass "russische Soldaten offenbar auch Jungen und Männer vergewaltigten".
"Die UN teilten auf einer Pressekonferenz in Kiew mit, dass es Berichte über die vermehrte Vergewaltigung von Jungen und Männern gebe."
Die Berichte, auf die die UNO verwies, haben allerdings bei Denisowa ihren Ursprung, wie sie es oft selbst in ihren Interviews betonte.
Am 2. Mai fand im Zentrum Liberale Moderne mit der Teilnahme des Europa-Abgeordneten der Grünen Sergey Lagodinsky eine Diskussion unter dem Titel "Russlands genozidaler Krieg gegen die Ukraine: Vergewaltigung als Kriegswaffe" statt. Die Grünen waren die Ersten in der deutschen Politik, die den Vorwurf der sexuellen Gewalt gegen Russland in ihre politische Kommunikation aufgenommen haben. Die Diskussion des grünennahen Thinktanks fand unter der Obhut des Auswärtigen Amtes statt. Die Veranstalter schrieben in die Präambel:
"Im Vernichtungskrieg gegen die Ukraine wurden bisher mindestens 400 Opfer von sexualisierter Gewalt durch russische Soldaten dokumentiert."
Doch wie Denisowa selbst im oben zitierten Interview geschildert hat, sei die Dokumentation der mutmaßlichen Fälle gar nicht ihre Aufgabe gewesen. "Dafür gibt es die Staatsanwaltschaft", sagte sie. Die Strafverfolgungsorgane konnten aber zum Zeitpunkt ihrer Absetzung keine der geschilderten Vorfälle bestätigen. Für die deutsche Politik waren sie jedoch bereits Anfang Mai ein festes Faktum.
Auch in den deutschsprachigen Medien kam Denisowa oft zu Wort – mit den von ihrer Tochter gesammelten Fällen. So schrieb am 24. Mai das österreichische Portal Exxpress:
"Denissowa beschreibt im 'Tagesanzeiger' einige Fälle, in denen russische Soldaten sich in besetzten Gebieten an ukrainischen Frauen vergangen haben sollen. Ein Mädchen (14) soll zum Beispiel in Butscha von fünf Russen vergewaltigt worden sein – sie sei jetzt schwanger."
Erwähnt wird Denisowa auch vom "Flaggschiff" der Qualitätsberichterstattung, dem ZDF:
"Auch die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denissowa, berichtete auf sozialen Medien zuletzt von Vergewaltigungen Minderjähriger durch russische Soldaten."
Solche Meldungen nahm das ZDF zum Anlass, um über den tieferen Sinn dieser Verbrechen zu sinnieren. So schrieb der öffentlich-rechtliche Sender am 21. Mai einen Artikel mit dem Titel "Macht und Demütigung: Vergewaltigung als Kriegswaffe":
"Kriegsberichterstatterin Christine Lamb zufolge wollten Täter den Angehörigen, insbesondere den Männern, so vermitteln: 'Ihr seid schwach. Ihr schafft es nicht, eure Frauen zu beschützen.'"
Die Berliner Zeitung wollte die Meldungen bereits am 7. Mai wissenschaftlich aufziehen und bezeichnete die Vergewaltigungen in der Ukraine als "Waffe des Patriarchats" im Zuge der "Auslöschung" der Ukrainer. Die Berichte von Denisowa offenbarten laut der Osteuropa-Expertin Leandra Bias eine Systematik. Die Verbrechen seien eingebettet in das Narrativ der Entnazifizierung, wo es um die Auslöschung von Teilen der ukrainischen Bevölkerung gehe.
"Vergewaltigung wird also dazu benutzt, die russische Ethnie durchzusetzen."
Die Spiegel-Korrespondenten schafften es sogar ins Kabinett von Denisowa in Kiew und fotografierten dort die Karte von Mariupol, das "von russischen Truppen fast vollständig zerstört" sei – völlig ungeachtet der zahlreichen, auf Videos aufgenommenen Schilderungen der Einwohner, die einstimmig erzählten, dass ihre Wohnhäuser nicht von Russen, sondern von den ukrainischen Streitkräften systematisch zerstört und sie selbst mit Feuerwaffen beschossen worden seien. Obwohl sie ihre Aussagen in der Regel mit Angaben ihrer Namen und Adressen vor den Kameras tätigten, waren diese Schilderungen für den Spiegel nicht erwähnenswert, weil die deutschen Medien sich für die Nachrichten, die die ukrainische Armee diskreditieren könnten, grundsätzlich nicht interessieren.
Dafür aber für die Aussagen von Ex-Ombudsfrau Denisowa, die das Magazin eins zu eins ohne jegliche Quellenkritik oder "Kontextualisierung" übernahm. Allerdings war sie in ihren Schilderungen der sexuellen Gewalt ausgerechnet gegenüber dem Spiegel ungewöhnlich zurückhaltend. "Frauen erzählen, dass sie von russischen Soldaten vergewaltigt wurden", sagte sie lediglich. Dafür warf sie den Russen völlig belegfrei einen brutalen Umgang mit ukrainischen Kriegsgefangenen vor:
"Mich erschreckt vor allem die Brutalität, mit der dieser Krieg geführt wird. Die Genfer Konventionen regulieren, wie man zum Beispiel mit Zivilisten und Kriegsgefangenen umgeht – und die Russische Föderation verletzt all diese Regeln."
Das konnte sie nur behaupten, weil sie sich sicher war, dass der Spiegel sie nicht über die Fälle der auf Video dokumentierten Tötungen und Misshandlungen russischer Kriegsgefangener durch die Ukrainer befragen würde. Das hat die Spiegel-Korrespondentin auch nicht getan. Dafür sinnierten die beiden einträchtig über die Perspektiven, den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anzuklagen.
Wenig überraschend war daher das Schweigen des Spiegel und anderer hier zitierter Medien zu der skandallösen Absetzung der Menschenrechtsbeauftragten, die für alle überraschend "mitten im Krieg" stattfand. Nur wenige deutsche Medien berichteten darüber, darunter die Deutsche Welle. Ihr zufolge stellte der stellvertretende Vorsitzende des parlamentarischen Geschäftsordnungsausschusses Pawlo Frolow fest, dass Denisowa ihre Medienarbeit unnötig auf zahlreiche Details von "auf unnatürliche Weise begangenen Sexualverbrechen" und Vergewaltigungen von Kindern in den besetzten Gebieten konzentriert habe.
Diese seien nicht durch Beweise gestützt worden, was der Ukraine nur geschadet und die Aufmerksamkeit der Medien von den realen Problemen abgelenkt habe. Inwiefern die Geschichten über "unnatürliche" Sexualverbrechen der Russen der Ukraine geschadet haben könnten, führte die Deutsche Welle allerdings nicht weiter aus.
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